Berlin : Spandauer Altstadt: Einkaufszone muss besser vermarktet werden - Profi-Hilfe benötigt

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Verschiedene Experten haben den Geschäftsleuten aus der Spandauer Altstadt schon ins Gewissen geredet. Am Dienstagabend war es der Hauptgeschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbandes, Niels Busch-Petersen, der versuchte, den Betroffenen eindringlich klar zu machen, was zu tun ist, um die Fußgängerzone und damit auch den Umsatz in Schwung zu halten.

Auch wenn Ende des nächsten Jahres die SpandauArcaden am Fernbahnhof ihre Tore öffnen, gibt es für die Läden in der benachbarten Altstadt noch genügend Spielraum, um gute Geschäfte zu machen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine ständige Prüfung der Sortimente mit dem Ziel eines optimalen Angebotes. Busch-Petersen warnte die Handel- und Gewerbetreibenden davor, mit Aktivitäten bis zur Eröffnung des Einkaufszentrums zu warten.

Rund 150 Zuhörer waren in den gut besuchten Ratskeller gekommen. Doch darunter befanden sich nach Angaben von Lothar Thöns nur etwa 30 Ladenbesitzer. Gerade die Filialleiter großer Firmenketten hätten oft nicht das Engagement der Eigentümer, bedauerte der Vorsitzende der AG Altstadt, die gemeinsam mit dem Wirtschaftshof eingeladen hatte.

Die Spandauer Altstadt müsste professioneller vermarktet werden, griff Busch-Petersen eine alte Forderung auf. Das scheitert bisher am Geld, denn ein qualifizierter City-Manager "ist nicht für 2,50 Mark zu bekommen", so Thöns. "Für die Zukunft wird es aber nicht anders gehen". Auch im Hinblick auf einheitliche Öffnungszeiten soll ein neuer Versuch unternommen werden. An die Geschäfte werden Schilder verteilt, die für die Werktage wahlweise einen Geschäftsschluss um 19 oder 20 Uhr vorgeben. So hofft man, dass die meisten Läden wenigstens bis 19 Uhr geöffnet bleiben.

Gemeinsam mit Polizei und Stadtreinigung sollen auch die Aktivitäten in Richtung Sicherheit und Sauberkeit verstärkt werden, bereits heute steigt rund um den Marktplatz eine "Saubermann-Aktion". Wegen der unzureichenden Anbindung an Arcaden und Fernbahnhof ist an ein zusätzliches Schriftband und eine Lasershow im Eingangsbereich der Carl-Schurz-Straße gedacht. Doch alle Aktivitäten sind davon abhängig, dass alle Betroffenen an einem Strang ziehen und sich in Form von Spenden oder Beiträgen zu einer Werbegruppe auch finanziell beteiligen. Auf rund 100 000 Mark schätzt Thöns den Bedarf allein bis zum Jahresende.

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