Spandauer Riesenflughund : Neuerlicher Prozess um "Kasimir"

Riesenflughund "Kasimir" beschäftigt erneut die Justiz. Vor dem Kammergericht Berlin versuchen Tierschützer von Donnerstag an, die Herausgabe des Tieres an die frühere Besitzerin zu verhindern. In der Spandauer Zitadelle sei "Kasimir" besser untergebracht.

Berlin - Nach dem Landgericht wird sich von diesem Donnerstag an auch das Berliner Kammergericht mit dem Schicksal des Riesenflughundes "Kasimir" auseinandersetzen. Dabei werde über die Rückgabe des streng geschützten Tieres entschieden, erklärte eine Gerichtssprecherin. Die Berufungsklage führt das Berliner Artenschutz Team, das den Verbleib des Flughundes in der Spandauer Zitadelle erreichen will. Dort sei "Kasimir" gesund gepflegt worden, führen die Tierschützer an. Offen ist aber noch, ob am Donnerstag ein Urteil gefällt wird.

Die frühere Besitzerin von "Kasimir" hatte in erster Instanz ein Urteil des Landgerichts erwirkt, nach dem das Tier zu ihr zurückkehren soll. Der Flughund mit einer Flügelspannweite von 1,20 Meter, der zu den Großfledermäusen gehört, war in die Zitadelle gebracht worden, nachdem das Bezirksamt Mitte das Tier im Juni 2004 beschlagnahmt hatte. Zuletzt sollte per Einstweiliger Anordnung und mit Gerichtsvollzieher die Rückgabe des Tieres erzwungen werden. Dies wurde aber laut Artenschutz Team in letzter Minute durch eine andere richterliche Anordnung gestoppt.

Nach Angaben der Tierschützer soll "Kasimir" in einem winzigen Raum eines Hundefrisiersalons gehalten worden sein. Dem Tier seien die Flughäute eingetrocknet, da es unter einer Rotlichtlampe hocken musste. Nach Ansicht des Teams wäre die Herausgabe des aufgepäppelten Flughundes ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Auch Tierfreunde aus dem Ausland hatten mit Briefen für einen Verbleib von "Kasimir" in der Zitadelle votiert. (tso)

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