• Sparbeschlüsse: Zu alt fürs Jugendtheater, zu jung für die Rente? - Das Carrousel-Ensemble will keinen Schauspielern kündigen

Berlin : Sparbeschlüsse: Zu alt fürs Jugendtheater, zu jung für die Rente? - Das Carrousel-Ensemble will keinen Schauspielern kündigen

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Manuel Schöbel, der Intendant des Carrousel-Theaters, spricht nur ungern über die "KW-Liste", nach der die betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden sollen. "Bei mir jedenfalls steht kein Schauspieler auf der Du-kannst-gehen-Liste", sagt Schöbel. Die 39 Stellen, mit der das Lichtenberger Jugendtheater bei der Kulturverwaltung notiert ist, stamme aus einem Analysepapier vom vorigen Sommer. Seitdem seien schon 17 Mitarbeiter mit einer Abfindung gegangen. Die meisten der übrigen 22 Stellen seien keinesfalls überzählig, sondern könnten nur durch weitere Privatisierungen beim Abenddienst, im Wachschutz und durch Teilfusionen mit anderen Bühnen, beispielsweise in der Theaterwerkstatt, wegfallen.

Die kulturpolitische Sprecherin der Grünen, Alice Ströver, beschreibt die Situation des Carrousel-Theaters ganz anders: Problematisch für die Jugendbühne seien Schauspieler, die mindestens 15 Jahre angestellt und damit unkündbar sind. "Zu alt für das Jugendtheater" - zu jung für die Rente?

Intendant Schöbel erklärt auch dieses Problem für erledigt. Im 20-köpfigen Carrousel-Ensemble seien nur noch fünf Schauspieler älter als 50 Jahre. Und diese älteren Kollegen seien voll beschäftigt im Repertoire des Theaters, sagt Schöbel. Noch vor fünf Jahren hatten 17 von 35 Ensemble-Mitgliedern die Altersgrenze überschritten.

Das Carrousel-Theater ist ein Haus mit Tradition: 1950 wurde es als "Theater der Freundschaft" als Zentrales Kindertheater Ost-Berlins gegründet. Es überstand die Turbulenzen der Wende als Landesbühne, muss aber mit einem immer knapperen Etat auskommen. Von 15 Millionen Mark soll die finanzielle Ausstattung des Hauses allmählich auf 10 Millionen gesenkt werden.

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