Berlin : Spargel, Kaktus und noch viel mehr

Männerwirtschaft singt beim A-capella-Festival

Ohne die berühmten Vorgänger geht es nicht. Wenn sich fünf junge Herren im dunklen Anzug und weißen Hemd auf die Bühne stellen und anfangen, mehrstimmig zu singen, dann hat jeder gleich die Comedian Harmonists im Kopf. Und jawohl! Er wächst, der Spargel, sie erklingt, die schöne Isabella von Kastilien, und er piekt, der kleine grüne Kaktus. Ganz hoch tönen die alten Lieder aus dem Mund von Florian Stern, ganz tief brummt dazu der Bass von Oliver Zimmer, und dazwischen trällern, schmachten, grummeln, säuseln Christoph Kalz, Julian Hirsch und Jan Riechers.

Aber die Comedian Harmonists sind auch nicht alles. Aus fünf Männerstimmen lässt sich noch ganz anderes machen: Die „Männerwirtschaft“ jedenfalls hat auch Rock und Pop im Programm oder Film- und Fernsehmusiken. Sie singt ihre Lieder mit hörbarem Spaß und auch mit viel Lust am Klamauk: „Wir haben uns unsere Pubertät bewahrt“, sagt Christoph Kalz über sich und seine Kollegen, allesamt Endzwanziger.

Stichwort Pubertät: Angefangen hat alles einmal im fränkischen Pottenstein. Dorthin schickte das musikbetonte Steglitzer Beethoven-Gymnasium seine Schüler regelmäßig zu Musikreisen. In einer Mittagspause stießen vier von ihnen auf Noten der Comedian Harmonists, übten zum Spaß zwei Lieder ein und hatten damit beim Abschlusskonzert einen Bombenerfolg. Von diesem Urerlebnis im Jahr 1998 aus haben sich die Männerwirtschaftler hochgearbeitet: zuerst auf privaten Geburtstagsfeiern und kleinen Bühnen, inzwischen auf Galas und Kongressen über die deutschen Grenzen hinaus. Jetzt sind sie beim A-cappella-Festival zu hören, zu dem das Café Theater Schalotte alljährlich im November einlädt.

Ursprünglich stammt die populäre A-cappella-Musik aus dem Süden der USA: „Barbershop“ nannte man dort einen Gesangsstil, bei dem, häufig in Friseurläden, mehrere Sänger in unterschiedlichen Stimmlagen Schlager nachsangen. Die amerikanische Gruppe „The Revelers“ war das Vorbild für die „Comedian Harmonists“ – und ohne die wiederum geht es auch heute nicht. D. N.

Männerwirtschaft (www.maennerwirtschaft.de), Café Theater Schalotte, 17./18. 11., 20 Uhr, Behaimstraße 22, Charlottenburg. Karten 15 Euro, erm. 12 Euro unter www.schalotte.de und Tel. 341 14 85.

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