Berlin : Sparziel nicht erreicht

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Berlin ist im Bundesvergleich sehr gut mit Kita-Plätzen ausgestattet. Deshalb gibt es auch hunderte Millionen Euro mehr für die Kinderbetreuung aus als andere Länder. Der Vorsprung hat zwei Gründe: Zum einen wurde nach der Wende die Vollversorgung aus DDR-Zeiten übernommen. Zum anderen gibt es in Berlin mehr alleinerziehende und berufstätige Mütter, die auf Kitas angewiesen sind. Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) hat schnell begreifen müssen, dass er keine Mehrheiten für eine Reduzierung des Kita-Angebotes finden würde. Deshalb setzte er auf andere Sparmaßnahmen: Erhöhung der Elternbeiträge, Förderung der kostengünstigeren Tagesmüttern, Privatisierung von Kitas, Zusammenfassung der öffentlichen Kitas in Eigenbetrieben, Umstellung der Essensversorgung von Eigenküchen auf das preiswertere Catering.

Jetzt, nach drei Jahren, zeigt sich, dass die Sparziele bei weitem nicht erreicht wurden. So hat das Parlament nicht eingewilligt, die Eigenküchen abzuschaffen. Zudem stagniert die Zahl der Tagesmütter. Und ob die Eigenbetriebe wirklich kostengünstiger wirtschaften werden als die Bezirksämter, muss sich erst noch zeigen. Geklappt hat immerhin die Überführung von öffentlichen Kitas an freie Träger, die wesentlich preiswerter sind. Langfristig sind keine weiteren Einsparungen geplant. Im Gegenteil: Ab 2007 soll das letzte Kita-Jahr für die Eltern kostenlos werden. Das kostet Sarrazin etwa elf Millionen Euro Gebühren. sve

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