Berlin : Spaßbad oder Schandfleck?

Senat und Bäder-Betriebe geben die Hoffnung (fast) auf

Frank Thadeusz

„Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber nach jetzigem Stand wird das SEZ (Sport- und Erlebniszentrum) geschlossen“. Mit dieser wenig hoffnungsvollen Einschätzung kommentiert der Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD), Thomas John, die Situation des Traditionsbades an der Landsberger Allee. Seit 1999 haben die Berliner Bäder- Betriebe (BBB) die Freizeitanlage mit Schwimm- und Sporthalle, Eisbahn und Restaurants gepachtet. Ein teures Vergnügen: Allein in diesem Jahr wurden 4, 7 Millionen Euro an Zuschüssen fällig. Mit dem neuen Haushaltsgesetz wurde diese Zuwendung von der Regierungskoalition ersatzlos gestrichen. „Berlin kann sich kein Spaßbad mehr leisten“, sagt Senatssprecher John.

Derweil versuchen die Bäder-Betriebe, vor der drohenden Schließung zum Jahresende doch noch im letzten Augenblick einen Investor zu finden, der das SEZ als Wellness- und Sportanlage weiter betreiben möchte. „Es werden weiterhin Gespräche mit bonitären Unternehmen geführt“, sagt BBB-Sprecher Hans-Joachim Munte. Für die laufenden Verhandlungen herrsche allerdings „absolute Verschwiegenheit“.

Doch nährt diese Geheimniskrämerei kaum die Aussicht auf den Fortbestand des Bades. „Aus dem Grundstück kann man schon eine Menge machen, aber natürlich fragen sich potenzielle Investoren: Rechnet sich das da an der Landsberger Allee in Friedrichshain?“ Allenfalls „ein Quäntchen“ an Hoffnung gäbe es noch, sagt Munte. Immerhin: Vorerst bleibt das Wasser in den Becken: „Der Vorstand hat noch nicht entschieden, wann wir mit der Winterfestmachung beginnen“.

Derweil treibt die Verantwortlichen im Bezirk bereits eine neue Sorge um, falls die Rettung des SEZ misslingt. „Jedes Objekt, das nur verkehrsgesichert wird, wird früher oder später zum Schandfleck“, fürchtet die Stadträtin für Jugend und Sport in Kreuzberg-Friedrichshain, Sigrid Klebba (SPD).

Weitere Informationen unter:

www.freizeitbad.de/deutschland/sez.html

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