• SPD-Anhänger überkleben PDS-PlakateAuf frischer Tat ertapptSPD wehrt sich gegen Vorwürfe

Berlin : SPD-Anhänger überkleben PDS-PlakateAuf frischer Tat ertapptSPD wehrt sich gegen Vorwürfe

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Im Wahlkreis Pankow liegen die Nerven blank. In den Kampf um den wichtigen Stimmbezirk 77 – dort kandidieren Wolfgang Thierse, Günter Nooke und Sandra Brunner – musste in der Nacht zu Sonnabend die Polizei eingreifen. Die PDS hatte sie alarmiert: Ihre Wahlplakate wurden überklebt. Deshalb sind die Sozialisten in der Nacht zu Sonnabend Streife im Bezirk gegangen – mit Erfolg, wie PDS-Mann Sascha Kummer gestern stolz verkündete. „SPD-Fraktionschef Mindrup und andere Sozialdemokraten begehen Straftaten gegen die PDS“, behauptet auch Sandra Brunner. „Erststimme Thierse – Zweitstimme Grün“, steht auf Flugblättern, die in der Nacht auf die PDS-Plakate geklebt wurden. „Das ist eine klare SPD-Kampagne“, sagt Kummer. „Wahlbetrug“, schimpft Spitzenkandidatin Brunner.

Der Wahlkreis 77 ist umkämpft, weil die PDS dort ihr drittes Direktmandat holen will. Das wiederum könnte Thierse den Einzug in den Bundestag kosten. Doch ihren Straftaten-Vorwurf kann die PDS nicht untermauern. Denn der Pankower SPD-Fraktionschef Klaus Mindrup habe nur eine Ordnungswidrigkeit begangen, hieß es bei der Polizei: „Der hat keine PDS-Plakate überklebt, sondern Flugblätter auf einen Stromkasten.“ Der Vorfall mit Mindrup habe sich um 0.30 Uhr an der Schönhauser Allee ereignet.

Die Polizei bestätigt lediglich die Angabe der PDS, dass um 22.55 Uhr zwei Personen von der PDS angezeigt wurden, die an der Schönhauser Allee fünf PDS-Plakate überklebt haben sollen – juristisch eine Straftat. „Ob das SPD-Mitglieder waren, wissen wir nicht“, erklärt der Lagedienst. Und die PDS konnte gestern keines der angeblichen SPD-Mitglieder beim n nennen.

Mindrup selbst bestätigte, er sei nur wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt worden. Die PDS übertreibe. „Ich habe Herrn Kummer auch schon beim illegalen Plakatieren gesehen, habe aber nicht die Polizei geholt“, sagte Mindrup. Bei Parteien und Polizei hieß es, dass derartige Anzeigen sehr unüblich seien. Jörn Hasselmann

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