Berlin : SPD-Landesvorsitz: Der Dreikampf geht weiter - Tagesspiegel-Leser für Strieder

Brigitte Grunert

Der Kampf um den SPD-Landesvorsitz geht weiter. Der amtierende Parteichef Peter Strieder, sein Stellvertreter Hermann Borghorst und Newcomer Stefan Grönebaum bleiben im Rennen. Die Mehrheitsverhältnisse sind unübersichtlich; derzeit wird damit gerechnet, dass die Entscheidung auf dem Parteitag am 15. Juli erst im zweiten oder dritten Wahlgang fällt. Senator Strieder betrachtet seinen vierten Etappensieg auf Kreisebene am Freitagabend in Charlottenburg/Wilmersdorf als "Auftrag zum Kämpfen." Der zwei Mal durchgefallene und bisher nicht nominierte Borghorst erklärte am Sonntag, weiter zu kämpfen. Auch Grönebaum hindert die erste Niederlage nach drei Siegen nicht daran.

Auf Kreisebene steht nur noch eine Nominierungsrunde am 11. Juli in Pankow/Prenzlauer Berg/Weißensee an, wo die Zeichen nach Angaben des Vorsitzenden Ralf Hillenberg für Borghorst stehen. Gestern Abend tagte dort der Kreisvorstand mit Grönebaum. Er wurde eingeladen, "weil er am 11. Juli nicht kann", sagte Hillenberg. Strieder war ebenfalls gestern Abend beim Vorstand seines Heimatverbandes Friedrichshain/Kreuzberg. Beide Vorstände tagten vertraulich; Abstimmungen waren nicht geplant.

Hillenberg und die drei anderen drei Ostkreisvorsitzenden haben sich für Borghorst ausgesprochen. Andreas Geisel (Hohenschönhausen/Lichtenberg) bekam deshalb Ärger mit seiner Basis, die für Grönebaum votiert hatte. Inzwischen werden die Parteitagstruppen "bearbeitet", auf die es am 15. Juli allein ankommt. Einige Kreisvorstände werden mit ihren Landesdelegierten tagen, allerdings keine förmlichen Probeabstimmungen machen - so in Steglitz/Zehlendorf, wo der Vorsitzende Senator Klaus Böger für Strieder ist, und in Spandau, wo der Vorsitzende Swen Schulz für Borghorst ist.

Während das Meinungsbild in der SPD unklar ist, hatten die "Pro-und-Contra"-Kommentare im Tagesspiegel am Sonntag ein überraschend eindeutiges Leserecho. Nur 26,5 Prozent der Anrufer meinten, Strieder solle den Parteivorsitz aufgeben, 73,5 Prozent meinten, er solle bleiben.

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