Berlin : SPD möchte Reinickendorfer Gärten in Sportfläche umwandeln

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Als "debil" hat Baustadtrat Michael Wegner (CDU) gestern die aus seiner Sicht "abenteuerlichen Erklärungen" von SPD-Fraktionschef Wolfgang Brennecke bezeichnet. Sportdezernent Frank Balzer (CDU) sprach von "utopischen Forderungen". Brennecke hatte beiden zuvor "fatalen Umgang" mit den Interessen der Sportvereine Vfl Tegel und SC Tegel vorgeworfen.

Die Vereine sind Nachbarn eines Laubengeländes an der Hatzfeldtallee, das nach einem Bezirksamtsbeschluss als Dauerkolonie gesichert werden soll. Der VfL Tegel, der Interesse an dem Grundstück als Standort für eine weitere, auch für den Schulsport nutzbare Sporthalle habe, sei zuvor nicht gefragt worden, sagte Brennecke. Es gehe nicht um eine kurzfristige Vertreibung der Gartenfreunde, sondern um die Sicherung von Sportflächen. Bei Bedarf könnte sich der Fraktionschef den Rummelplatz am Waidmannsluster Damm als Alternativstandort für Kleingärten vorstellen.

Die Behauptung, er habe die Aufstellung des Bebauungsplanes "eher in einer Nacht- und Nebelaktion als in einem korrekten Verfahren" betrieben, wies Michael Wegner entschieden zurück. Brennecke verfüge offenbar über ein "Kurzzeitgedächtnis" und habe die Verantwortlichkeit für seine frühere Tätigkeit als Stadtrat "ausgeblendet". Die Entscheidung zur Sicherung der Gärten sei noch vom alten Bezirksamt unter Mitwirkung des SPD-Manns getroffen und von der BVV gebilligt worden. Auch bei dem im Januar vom neuen Bezirksamt gefällten Aufstellungsbeschluss hätten die SPD-Stadträte keine Bedenken geltend gemacht. Offenbar habe die Partei jetzt einen 180-Grad-Schwenk in der Kleingartenpolitik gemacht.

Das Gelände ist bereits 1994 als "Sportvorhaltefläche" aus dem Flächennutzungsplan gestrichen worden, betonte Sportstadtrat Balzer. An der Hatzfeldtallee stehe bereits eine der schönsten Sporthallen des Bezirkes, der benachbarte Sportplatz habe 1999 für 400 000 Mark einen neuen Kunstrasen erhalten. Mit der Eröffnung einer weiteren Halle in der Cité Foch sei der Bedarf "weitestgehend gedeckt".

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