Berlin : SPD-Parteivorsitz: Muskelspiele (Kommentar)

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Der Kampf um den SPD-Parteivorsitz wird vermutlich noch viel schärfer. Es sind ja noch gut drei Wochen Zeit. Wer auf dem Schlachtfeld als verwundeter Sieger überlebt, ist schwer vorauszusagen, solange die Frontlage unklar ist. Die Funktionäre wollen Stefan Grönebaum nicht, wissen aber nicht, ob sie Peter Strieder oder Hermann Borghorst wollen. Die Basis will Strieder nicht, weiß aber nicht, ob sie Grönebaum oder Borghorst will. Strieder hat es am schwersten, denn beim amtierenden Vorsitzenden wird traditionell der ewige Frust über die Große Koalition, die Wahlniederlagen und überhaupt alles abgeladen. Die Genossen warmherzig zu umwerben, war sowieso nie seine Stärke. Etwas anderes kommt hinzu. Durch die Fusion der Kreisverbände im Zuge der Bezirksreform gibt es nicht mehr 23, sondern nur noch zwölf Kreisvorstände. Die lassen die Muskeln spielen, gewesene Funktionäre schmollen. In Wahrheit sind die Kreisvorsitzenden schwach; die Basis will noch lange nicht wie sie. Schon weil alle gegen alle kämpfen, kann keiner der drei Kandidaten überzeugend sein. Grönebaum hat die beste Chance, wenn keine Parteitagsmehrheit organisierbar ist. Er hat wahrlich viel angestoßen.

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