SPD-Rauswurf : Im zweiten Anlauf sollte Sarrazin weg - vor fünf Jahren

Vor fünf Jahren unternahm die SPD den zweiten Versuch, den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen. Was Ralf Schönball darüber schrieb.

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Thilo Sarrazin.
Thilo Sarrazin.Foto: AFP

In dieser Woche unternimmt die SPD den zweiten Versuch, den früheren Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin aus der Partei zu werfen. Drei Anträge sind auf dem Postweg zum SPD-Kreis Charlottenburg-Wilmersdorf, wo der wegen seiner Thesen zur Integration umstrittene Sozialdemokrat Mitglied ist. Dort tagt auch die Kommission, die darüber entscheidet. Die Anträge kommen vom SPD-Vorstand des Kreises, des Landes sowie des Bundes und greifen Sarrazins „ideologische Haltung“ an, wie der parlamentarische Geschäftsführer der Berliner SPD-Fraktion Christian Gaebler sagt. Sarrazins „elitäre Haltung“ stehe im Widerspruch zum „Hamburger Programm“ der SPD. Während die Sozialdemokraten eine „Ökonomisierung der Gesellschaft“ ablehnten und die Förderung des Individuums sowie die Chancengleichheit betonten, habe Sarrazin Migranten und andere Gruppen in der Bevölkerung nach ihrem Nutzen für die Gesellschaft beurteilt und einigen generell die Befähigung zu Aufstieg und Integration abgesprochen. Die Vorsitzende der Schiedskommission wird nun die Anträge prüfen. Sollte etwas fehlen, haben die Antragsteller zwei Wochen Zeit, nachzubessern. Danach nimmt die Kommission ihre Arbeit auf, deren Ergebnisse Gaebler zufolge in einigen Monaten zu erwarten sind. ball

Der Beitrag erscheint in unserer Rubrik "Vor fünf Jahren"

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