SPD Tempelhof-Schöneberg : Delegierte wählen am 26. April neue Kreischefin

Seit Jahren rumort es in der SPD Tempelhof-Schöneberg. Kurz vor dem SPD-Parteitag im Mai wählen die Sozialdemokraten ihre Kreisvorstände. Davor muss Friedenau aber noch die Delegierten neu wählen, denn es gibt Zoff im Ortsverband der Kreischefin Kolat.

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Stellt sich erneut zur Wahl: Dilek Kolat.
Stellt sich erneut zur Wahl: Dilek Kolat.Foto: dpa

Auf SPD-Landesebene tobt ein Machtkampf um den Parteivorsitz. Und auch auf SPD-Kreisebene in Tempelhof-Schöneberg rumort es. Am Montagabend hat nun der Kreisvorstand entschieden, dass die Kreisdelegiertenkonferenz am 26. April stattfindet, auf der zwei Kandidatinnen zur Wahl stehen: die seit 2004 amtierende Vorsitzende Dilek Kolat und ihre Herausforderin Anett Baron, die Vize-Landeschefin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF).

Einen Abend zuvor, am 25. April, werden die 27 Delegierten des Ortsverbandes Friedenau für den Kreisparteitag neu gewählt. Ursprünglich sollten diese Delegierten schon am 17. April nominiert werden. Doch die Einladung wurde vom Ortsverband nicht fristgerecht abgeschickt. Dahinter vermuten einige Friedenauer Sozialdemokraten ein bewusstes Kalkül: Wenn die Friedenauer Delegierten nicht fristgerecht nominiert werden, dürfen sie auf dem Kreisparteitag nicht mitwählen. Und damit würden auch etliche Stimmen aus dem Friedenauer Kolat-Lager fehlen. Serge Embacher, Chef der Friedenauer SPD, war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Embacher hatte zuvor schwere Vorwürfe gegen das Umfeld der Genossin Kolat erhoben, deren innerparteilicher Gegenspieler er im Ortsverband ist. Demnach sollen Mitglieder aus Friedenau beeinflusst oder unter Druck gesetzt worden sein, Delegierte aus dem Lager von Dilek Kolat zu wählen. Der Kreisvorstand hat die Anfechtung der Wahl in allen Punkten zurückgewiesen. Embacher hatte dann bei der SPD-Landesschiedskommission Widerspruch eingelegt. Das Gremium entschied, die Delegierten sollten besser neu gewählt werden. Zu Details über die Entscheidung gab es keine Auskünfte.

Nach interner Einschätzung stehen die Chancen für Dilek Kolat gut, erneut wieder zur Kreisvorsitzenden gewählt zu werden.

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