Berlin : SPD umwirbt FDP-Politiker Martin Matz

Ulrich Zawatka-Gerlach

Der SPD-Fraktions- und Landeschef Michael Müller hat den FDP-Politiker Martin Matz herzlich eingeladen, Mitglied der sozialdemokratischen Abgeordnetenhausfraktion zu werden. „Matz genießt als Haushalts- und Gesundheitspolitiker in der SPD hohes Ansehen“, sagte Müller gestern dem Tagesspiegel. „Wir arbeiten gern mit so guten Leuten zusammen.“

Der ehemalige FDP-Landeschef Matz, der bis 2003 sogar im Präsidium der Bundespartei saß, ist mit der eigenen Fraktion in einen schweren Konflikt geraten. Vor der Sommerpause hatte er die Finanzpolitik der Freien Demokraten und deren strategische Ausrichtung auf ein Bündnis mit der CDU heftig kritisiert. Er hatte sich auch nicht an der Verfassungsklage gegen den Landeshaushalt beteiligt. Sein Verhältnis zum FDP-Fraktionschef Martin Lindner gilt als unrettbar zerstört.

Mitte August beschloss die Fraktion der FDP, Matz aus dem Hauptausschuss abzuberufen. Er kündigte daraufhin an, „intensiv darüber nachzudenken, welche Schlüsse ich daraus ziehe“. Zum Angebot der SPD-Fraktion wollte sich Matz gestern noch nicht äußern. Der 39-jährige Betriebswirt aus Bremen, der sich als liberaler Sozialpolitiker versteht, wurde inzwischen nicht nur von SPD-, sondern auch von Grünen-Politikern gefragt, ob er nicht die Partei wechseln wolle. Er neigt aber deutlich den Sozialdemokraten zu. „An uns soll es nicht liegen“, sagte SPD-Chef Müller.

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