SPD-Widerstandskämpfer : Neue Gedenktafel für Franz Künstler

Franz Künstler arbeitete in der NS-Zeit für die SPD im Untergrund. Jetzt soll eine neue Gedenktafel an ihn erinnern.

von
Diese Tafel für Franz Künstler hing am Haus Elsenstraße 52, Neukölln, bis 2013.
Diese Tafel für Franz Künstler hing am Haus Elsenstraße 52, Neukölln, bis 2013.Foto: OTFW, Berlin

Eine „Berliner Gedenktafel“ wird am Neuköllner Weigandufer 16 am heutigen Freitag um 15 Uhr für den sozialdemokratischen Widerstandskämpfer Franz Künstler enthüllt. Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey, Bildungs-Staatssekretär Mark Rackles (beide SPD) sowie die Historikerin und Künstler-Biografin Ingrid Fricke werden an den Politiker erinnern, der in der Weigandufer gewohnt hatte.

Künstler, der zeitweise auch der USPD angehörte, saß von 1920 bis Mai 1924 und von Dezember 1924 bis 1933 für die SPD im Reichstag. Nach Hitlers Machtübernahme wurde er mehrfach inhaftiert, versuchte aber trotz einer chronischen Herzkrankheit eine illegale sozialdemokratische Organisation mitaufzubauen. 1939 wurde er als Lastenträger bei einer Heeresdienststelle in Tempelhof zwangsverpflichtet. Bei der Arbeit brach er am 10. September 1942 tot zusammen. In Kreuzberg trägt eine Straße den Namen Künstlers. Am Haus seiner letzten Wohnung in der Neuköllner Elsenstraße 52 war 1993 bereits eine „Berliner Gedenktafel“ enthüllt worden, die aber bei Sanierungsarbeiten 2013 verschwand.

Vom Reuterkiez nach Rudow – einmal durch Neukölln
Nach Neukölln? Ich bin doch nicht wahnsinnig! Der Bezirk hatte jahrelang nicht den besten Ruf.Weitere Bilder anzeigen
1 von 64Foto: imago
14.09.2015 11:16Nach Neukölln? Ich bin doch nicht wahnsinnig! Der Bezirk hatte jahrelang nicht den besten Ruf.
» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar