Spendenaktion : Deutsche Welthungerhilfe versorgt Flutopfer in Pakistan

Für die Menschen in Pakistan ist die Katastrophe noch lange nicht überstanden. Die Deutsche Welthungerhilfe bittet deshalb um Unterstützung. Der fünfte Teil unserer Spendenserie „Menschen helfen!“

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„In den Regionen im Süden des Landes, die unter dem Meeresspiegel liegen, werden sich die Fluten noch monatelang stauen, bevor das Wasser verdunstet oder versickert – die Areale sind riesig, da kann man mit Pumpen nichts erreichen“, sagt Janbaz Khan, Erster Sekretär der Botschaft Pakistans in Wilmersdorf. Längst dominieren Meldungen aus anderen Katastrophenregionen der Welt die Medien – doch der Spendenverein „Menschen helfen!“ will nicht weggucken. Deswegen bitten wir gemeinsam mit unserem langjährigen Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit, der Deutschen Welthungerhilfe (DWHH), für die noch über Jahre von der Jahrhundertflut im Sommer betroffenen Menschen in Pakistan um Spenden.

„Die Lage ist dramatisch“, sagt Anke Matern von der DWHH, „das Schlimmste ist noch nicht vorbei“. Selbst drei Monate nach Beginn der Überschwemmungskatastrophe infolge der langanhaltenden sintflutartigen Regenfälle müssen etwa in der südlichen Provinz Sindh immer noch Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Hälfte des Viehbestandes ist ertrunken. 20 Millionen Flüchtlinge leben in Provisorien, 70 Prozent von ihnen sind Frauen und Kinder, so die Statistik der pakistanischen Botschaft. Zehn Millionen Menschen sind auf Nothilfe angewiesen, fünf Millionen sind obdachlos, 3,5 Millionen Kinder von durch Wasser übertragenen Krankheiten bedroht. Fast zwei Millionen Häuser wurden zerstört, und Brücken, die beim Erdbeben 2005 noch standhielten, sind nun fortgespült, wie auch Straßen, Strom- und Trinkwasserleitungen. Im Norden des Landes erschwert der Wintereinbruch die Arbeit zusätzlich. Es fehle an winterfesten Unterkünften und warmer Kleidung, teilt die Welthungerhilfe mit. Sie arbeitet im Land eng mit ihren Partnerorganisationen aus Italien, Cesvi, und Irland, Concern, zusammen. Außerdem werden alle Hilfsmaßnahmen mit der lokalen Partnerorganisation Lasoona abgestimmt.

„Um die betroffenen Gebiete möglichst schnell erreichen zu können, hat die Welthungerhilfe jetzt Planungsbüros in Islamabad im Norden und Multan in der zentralpakistanischen Provinz Punjab eingerichtet“, berichtet Anke Matern. 150 000 Menschen in Not hat die DWHH schon versorgt, weitere 150 000 Flutgeschädigte sollen nun hinzukommen. Die Welthungerhilfe, mit der der Tagesspiegel schon bei der Dürrekatastrophe in Kenia, nach dem Tsunami in Sri Lanka sowie nach dem Erdbeben in Haiti über das „Bündnis Entwicklung hilft“ kooperierte, setzt stets auf Hilfe zur Selbsthilfe. Die nächste Ernte wird nun komplett ausfallen, die Menschen Hunger leiden. Die Deutsche Welthungerhilfe und ihre Partner wollen die landwirtschaftlichen Strukturen – die wichtigste Säule der Wirtschaft – schnellst möglich wieder aufbauen. Sie setzen darauf, den betroffenen Menschen durch „Cash-for-Work“-Maßnahmen die Möglichkeit zu geben, durch eigene Arbeit Geld zu verdienen. Und so auch das Überleben ihrer Familien zu sichern.

Der Tagesspiegel-Verein „Menschen helfen!“ bittet jetzt um Spenden, damit das Überleben der Flutopfer gesichert werden kann. Die Welthungerhilfe wird den genauen Bedarf sichten, sinnvolle Hilfe leisten – und die Verwendung der Gelder überwachen. Mit 10 000 Euro könnte eine Menge bewegt werden, auf diese Summe aus dem Spendentopf für alle unsere 57 Projekte hofft die DWHH. Dank des Geldes könnten 85 Familien mit Saatgut und Dünger versorgt und das Überleben von 600 Frauen, Kindern und Männern gesichert werden.

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