Spendenaktion : Frischer Anstrich zum Neustart

Auch dieses Jahr bittet der Tagesspiegel seine Leserinnen und Leser wieder um Spenden für die Weihnachtsaktion „Menschen helfen!“. 53 Projekte und Initiativen wollen wir bedenken – und stellen in unserer Serie einige stellvertretend vor: Die MiMi-Frauenwohnhilfe braucht Unterstützung für den Gruppenraum

Rita NikolowD
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Betreuerin. Antje Müller von der Frauenwohnhilfe. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Berlin - Sie konnte einfach nicht mehr zu Hause bleiben – weil ihr Partner gewalttätig war. Jetzt lebt die junge Frau in Charlottenburg, in einem Apartment des MiMi-Treffs. So heißt die Wohnhilfe für Frauen, die vom Verein für Berliner Stadtmission betrieben wird. „Hier fühle ich mich sicher und kann in Ruhe planen, wie es weitergeht“, sagt die Bewohnerin, der man die Strapazen nicht ansieht.

Wahrscheinlich auch, weil sie in ihrem neuen Lebensabschnitt gut begleitet wird – zum Beispiel von der MiMi-Mitarbeiterin Antje Müller. Die Sozialpädagogin unterstützt die Frauen, die in einer der zwölf Wohnungen untergekommen sind. Manchmal leben in diesen Apartments auch Mütter mit Kindern – bis zu zwei Jahre lang. Dann hilft Antje Müller auch, neue Schulen zu finden. „Wir unterstützen die Bewohnerinnen aber auch bei Gerichtsprozessen“, sagt sie. Wenn eine Scheidung anstehe oder eine Frau ihren Partner wegen Körperverletzung angezeigt habe. Und sie hilft den Bewohnerinnen, die Schulden in den Griff zu kriegen.

„Die Gründe, aus denen die Frauen zu uns kommen, sind ganz unterschiedlich“, sagt Antje Müller. Manche von ihnen kämen aus dem Gefängnis oder hätten einen längeren Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer psychiatrischen Klinik hinter sich. Andere seien im Frauenhaus gewesen. Immer seien es aber Schicksalsschläge, die die Frauen in die Wohnungslosenhilfe gebracht hätten. Und nach denen sie Hilfe bräuchten, um wieder auf die Beine zu kommen und stark zu werden. Auch deshalb kommen die Frauen einmal in der Woche zum Einzelgespräch in den Laden in der Danckelmannstraße. Dort gibt es außerdem regelmäßige Gemeinschaftstreffen und Kreativabende – und auch die Feiertage können die Frauen hier miteinander verbringen.

Im Gruppenraum des Ladens kommen die Probleme auf den Tisch. Aber hier können sich die Bewohnerinnen auch austauschen oder ihre Probleme einfach einmal vergessen.

Deshalb bittet die Berliner Stadtmission um Spenden: damit sie den düsteren Raum renovieren, den dunklen Holztisch und die Stühle durch eine hellere Einrichtung ersetzen, Schränke kaufen und eine Kinderspielecke einrichten kann. Denn für den Gruppenraum und die Gruppenarbeit bekommt der MiMi-Treff keine finanzielle Unterstützung: Das Jobcenter und die Bezirksämter finanzieren ausschließlich die Wohnungen und die Einzelbetreuung. „Die Gruppenangebote können wir nur machen, indem wir ehrenamtlich arbeiten und Spenden bekommen“, sagt Antje Müller. Die übrigens rund um den Kiez in der Danckelmannstraße nach weiteren Wohnungen für das Projekt sucht. Damit hier noch mehr Frauen Ruhe finden.Rita Nikolow

Das Konto: Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse, Kt.-Nr.: 250 030 942, BLZ: 100 500 00. Auch beim Onlinebanking bitte Namen und Anschrift für den Spendenbeleg notieren.

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