Spendenaktion : Hämmern und lernen

Der Moabiter Jugendhilfeverein "ABO“ betreut Benachteiligte und bittet um Spenden. Denn die Tischlerwerkstatt braucht dringend Werkzeug.

Jan Oberländer
spendenaktion
Wo der Hammer hängt. Das Projekt ABO braucht dringend Werkzeug. -Foto: Kleist-Heinrich

Die Küche ist warm und duftet nach Plätzchen. Katrin backt, ausnahmsweise, sie wird heute 17 Jahre alt. Tischlermeisterin Anke Ebel hilft ihr, das Blech in den Ofen zu schieben. Aus der Werkstatt nebenan dröhnt eine Schleifmaschine.

Die Tischlerwerkstatt ist das Herzstück des Jugendhilfeprojektes ABO vom „Verein Neues Wohnen im Kiez“ in Moabit. ABO steht für „Aktivierende Berufliche Orientierung“. Hier bereiten Ebel und Sozialpädagoge Michael Borgmann benachteiligte Jugendliche darauf vor, einmal eine Ausbildung aufzunehmen. In parallelen Kursen haben die 16- bis 23-Jährigen außerdem die Chance, ihren Schulabschluss nachzumachen.

Katrin ist seit einem Jahr in dem Projekt. Sie hat versucht, die Hauptschule zu beenden, aber irgendwann ist sie nicht mehr zum Unterricht gekommen. „Wegen Problemen“, mehr sagt sie nicht dazu. ABO gebe ihr einen „geregelten Tagesablauf“. Sie hat zwar gemerkt, dass Tischlerin nicht ihr Traumberuf ist. Tätowiererin will sie werden. „Oder Security.“ Aber die handwerkliche Arbeit macht ihr Spaß, und mit der Schule wird sie im nächsten Jahr auch fertig sein. Vor der Tür der Tischlerwerkstatt hängen Blaumänner, drinnen baumeln Ohrenschützer und Schutzbrillen an einer selbst gebastelten Garderobe. An einer Wand steht eine Holzbank, der Lack blättert ab. Eine benachbarte Kita hat sie vorbeigebracht, damit die Jugendlichen sie wieder in Schuss bringen. „So haben wir praktische Übung, und die Kita kann die Bank wieder nutzen“, freut sich Ebel.

Die Werkstatt ist ein heller Raum mit Blick auf einen grünen Hof, gleich dahinter liegt ein Park. Dort haben Katrin und einige andere am Vortag Zweige und Tannenzapfen für Adventsgestecke gesammelt. Geschmückt mit Kerzen, goldenen Kugeln und Tannengrün sieht der glatt geschliffene Holzblock richtig weihnachtlich aus.

Im zweiten Werkstattraum hängt eine rote Holzplatte, an der Stechbeitel, Schraubendreher und Handsägen griffbereit aufgehängt werden sollen. Bisher hängen da nur eine einsame Wasserwaage, ein Hammer und eine Zange – noch viel Platz für das neue Werkzeug, das Meisterin Ebel gerne von den Spenden der Tagesspiegel-Leser kaufen würde. „Die Motivation steigt durch gutes Werkzeug.“ Auch ein Industriestaubsauger und Material wie Farben, Schrauben, Pinsel und Schleifpapier werden dringend benötigt.

Auch für Sachspenden wären die Jugendlichen von ABO dankbar, etwa „gebrauchte Feilen oder Zwingen“ (Kontakt unter Telefon 32 30 43 83). Auch die Küche könnte noch zusätzliche Ausstattung vertragen. Ein neues Backblech zum Beispiel. Jan Oberländer

Spendenkonto: Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse, Kto.-Nr.: 2500 309 42, Blz. 100 500 00. Bitte geben Sie Name und Anschrift für den Spendenbeleg an. Internet: www.tagesspiegel.de/spendenaktion.

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