SPENDENAKTION : Leser helfen

Spielzeug, Geld und gute Ideen – was bei der Tagesspiegel-Spendenaktion bislang eingegangen ist

Annette KögelD

Nein, sagt die Leserin aus Zehlendorf, ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen, darum ginge es ihr gar nicht. Sie und ihr Mann wollen einfach nur helfen, „etwas im Kleinen bewegen“. Deswegen möchte das Ehepaar im kommenden Februar, „wenn wir zusammen 125 Jahre alt werden, unsere Gäste statt um Geschenke um Spenden für das Konto der Tagesspiegel-Aktion ,Menschen helfen!‘ bitten“. Ob das Konto dann noch bestehe? Reaktionen wie diese gab es auch in diesem Jahr wieder – seit dem Start der diesjährigen Spendenaktion des Tagesspiegels. Und da die Leser auch zu Jahresbeginn immer noch Spenden überweisen, bleibt das Konto natürlich bestehen – das gesammelte Geld wird im März während einer Feierstunde an die ausgesuchten Projekte übergeben.

Auch anlässlich dieses Weihnachtsfestes hat der Spendenverein des Tagesspiegels – in dem sich unter anderem Vertreter von Personalbüro und Buchhaltung, von Werbung, Vertrieb sowie aus Chef- und Lokalredaktion engagieren – einen halben Umzugskarton voller Bewerbungen gesichtet. 55 soziale Vereine und Initiativen wurden ausgewählt, sie alle sind von Kürzungen betroffen oder wollen innovative Projekte starten. Sie, liebe Leserinnen und Leser, machen die Hilfe möglich. Bislang stimmen uns die Kontoauszüge froh: Gut 110 000 Euro sind jetzt schon eingegangen – vergangenes Jahr kamen insgesamt 246 000 Euro zusammen.

Nicht nur private Spender, auch Firmen und Veranstalter unterstützen „Menschen helfen!“ 2008/2009. Über das Charity-Dinner des Restaurants Trader Vic’s im Hilton am Gendarmenmarkt zum Beispiel, bei dem sich die Schauspieler Björn Casapietra und Rebecca Lina an den Herd stellten und als Ober an die Tische flitzten, kamen 700 Euro zusammen. Frank Dodge von Spectrum Concerts hatte zugunsten der Spendenaktion Anfang Dezember zu einem Benefizkonzert in den Kammermusiksaal der Philharmonie geladen. Für 20 Euro gab es auch ein Programm sowie eine CD – 10 Euro gingen an die Spendenaktion. So kamen weitere 2000 Euro in die Kasse. Das macht all jenen Ehrenamtlichen und Sozialarbeitern, Pädagogen, Lehrern und Therapeuten, Ärzten und auch Ausbildern Hoffnung, die sich in ihren Projekten um die Schwächsten der Gesellschaft kümmern.

Spontan hat der Spendenverein des Tagesspiegels beschlossen, die Interkulturelle Initiative als zusätzliches Projekt mit aufzunehmen. Die Mitarbeiterinnen des Frauenhauses hatten sich rechtzeitig vor Einsendeschluss beworben, und ihnen ist nun auch noch ihr alter Transporter gestohlen worden, mit denen sie misshandelte Frauen in Zusammenarbeit mit der Polizei aus Gefahrensituationen bringen. Oder Kinder geschützt zum Arzt fahren, ohne dass es der gewalttätige Ex- Mann mitbekommt. Deshalb bitten wir auch für dieses Projekt um Unterstützung.

Leserin Vera Buschmann aus Lankwitz rief ebenfalls beim Tagesspiegel an. „Ich möchte gern Kinderspielzeug abgeben, wo kann ich das tun?“, fragte sie. Ein Blick ins Internet hilft weiter – die Leser Regina und Rainer Klinke hatten darauf gedrungen, dass doch alle Projekte mit detaillierten Angaben auf die Tagesspiegel-Internetseite gestellt werden. Was wir getan haben.

Und dann gibt es noch jemanden, dem es nicht darum geht, seinen Namen in der Zeitung zu lesen. Der Unternehmer Hans Wall hat die Kinderkrankenschwestern des Externen Pflegedienstes Jahr für Jahr zum Gänsebratenessen eingeladen. Auch diesmal? „Klar“, sagt er. „Und nächstes Jahr auch wieder.“ Annette Kögel

Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“ Berliner Sparkasse, Ktnr.: 250030942. BLZ 100 500 00. Onlinebanking möglich. Name und Adresse für den Spendenbeleg notieren (www.tagesspiegel.de/spendenaktion).

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