Spendenaktion "Menschen helfen!" in Berlin : Traumatisierte Kinder brauchen Hilfe

„Neuhland“ hilft misshandelten und vernachlässigten Kindern. Der Verein braucht einen neuen Bus. Der Tagesspiegel sammelt dafür Spenden, weil das Auto wichtig ist.

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Auf Tour. Die Kinder, die in den Wohngruppen von „neuhland“ leben, sind schwer traumatisiert. Leiterin Katja Zimmermann hält hier den Tagesspiegel-Spendenstern - und hat eine Ausflugssituation mit Spielzeug nachgestellt.
Auf Tour. Die Kinder, die in den Wohngruppen von „neuhland“ leben, sind schwer traumatisiert. Leiterin Katja Zimmermann hält hier...Foto: Georg Moritz

Die Kinder wurden als Babys stundenlang zu Hause von den Eltern im Zimmer eingesperrt, um Ruhe zu haben. Vater oder Mutter haben sich an ihren Kindern im Grundschulalter vergangen, so dass sie „sexualisiertes Verhalten“ zeigen – also plötzlich in der Küche oder in der U-Bahn die Hose herunterlassen, um sich bei den Erwachsenen gutzustellen. Jungs wurden immer wieder geschlagen und werden deshalb selbst schnell aggressiv. Manche haben schon versucht, sich das Leben zu nehmen. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen hilft in Berlin der Verein „neuhland“, und er hofft nun dringend auf Unterstützung durch die Leserinnen und Leser des Tagesspiegels.

Ausflüge zum therapeutischen Reiten gerade nicht möglich

„Das ist ja total großartig, dass unsere Bewerbung in die Weihnachtsspendenaktion aufgenommen wurde“, freut sich die für die beiden Kinderwohngruppen zuständige Katja Zimmermann. Denn bislang konnte der Verein „neuhland“, der so heißt, weil sich der Sitz früher einmal in der Uhlandstraße befand, mit den bis zu 14 betreuten Kindern in einem vereinseigenen alten Bus Ausflüge machen. Wie jetzt in der Vorweihnachtszeit zum Baumschlagen – oder zum therapeutischen Reiten. „Da haben wir ein tolles Angebot in Brandenburg, aber mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommt man dort leider nicht hin“, sagt Einrichtungsleiterin Zimmermann.

Natürlich seien die je sechs betreuten Kinder und Jugendlichen im Alter von sechs bis 17 Jahren schulpflichtig, daher fahren sie mit BVG-Bussen oder der Bahn in ihr Gymnasium oder die Förderschule. „Es ist aber für unsere therapeutische Arbeit wichtig, dass wir als Gruppe mit dem Bus unterwegs sein können, wie das auch andere Vereine machen“, schildert Zimmermann ihre Erfahrungen. Zudem würden sich manche Kinder aufgrund ihrer Traumatisierungen auffällig verhalten, und dann sei ein geschützter Raum besser. Der alte Bus, ein Überbleibsel einer früheren Einrichtung, ist leider wegen eines Unfalls nicht mehr gebrauchsfähig.

Kinder in Not - aus allen Schichten

Damit die Kinder und Jugendlichen aus allen Gesellschaftsschichten , die in dem Haus und in den Wohngruppen in zwei zusammengelegten Wohnungen leben, zurück in ein angstfreies Leben finden können, werden sie im Schichtdienst 24 Stunden betreut. „Bei „neuhland“ arbeiten Erzieher, Sozialpädagogen, eine Psychologin und je ein Kinder- und Jugendpsychotherapeut, insgesamt derzeit 22 Mitarbeiter. Die Personalkosten sind über das Jugendamt gedeckt, für vieles andere müssen Mittel über Spenden und Unterstützer akquiriert werden – so wandte sich der Verein hilfesuchend an den Tagesspiegel-Spendenverein. Betreut werden können Kinder im Alter von fünf bis 14 Jahren. Von deren Schicksal erfahren Tagesspiegel-Leser etwa, wenn sie in Polizeimeldungen lesen, dass Beamte beispielsweise vernachlässigte oder missbrauchte Kinder aus völlig vermüllten Wohnungen geholt haben. Eine Jugendliche wird schon seit Jahren bei „neuhland“ betreut. Manchmal können die Kinder auch wieder zu ihren Eltern zurück, wenn beispielsweise Familientherapien sich positiv ausgewirkt haben. Teils wechseln die Jugendlichen auch in andere betreute Wohnformen. Einigen gelingt sogar ein selbstständiges Leben.

Der Hilfsverein freut sich auch über einige Privatspender, die etwa Ausflüge in die Filmstudios nach Babelsberg oder in einen Kletterpark ermöglichen. Wenn es doch dafür nur ein Fahrzeug gäbe!

Spendenaktion Der Tagesspiegel e. V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse (BLZ 100 500 00), Konto 250 030 942 – Namen und Anschrift für den Spendenbeleg notieren. Die BIC-Nummer: BELADEBE, und IBAN: DE43 1005 0000 0250 0309 42

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