Spendenaktion : Wunschobjekt Wanne

Der Verein Lebenshilfe betreut Schwerstbehinderte in Brandenburg – und müsste seine Wohnanlage in Hönow dringend sanieren.

Annette Kögel

Auch dieses Jahr bittet der Tagesspiegel seine Leserinnen und Leser wieder um Spenden. 53 Projekte und Initiativen wollen wir bedenken – und stellen in unserer Serie einige stellvertretend vor.

Klaus steht die Freude ins Gesicht geschrieben. „Baden!“ sagt der 51-Jährige immer wieder, und: „Licht geht wieder!“ Damit meint er die Lampe an der Decke des Badezimmers in Haus drei der Wohnstätte für zum Teil schwerst mehrfachbehinderte Menschen in Hönow, die der Verein Lebenshilfe Brandenburg betreibt. Was Klaus, dessen Nachname nicht veröffentlicht werden soll, nicht erfassen kann, ist, dass die Pflegewanne mitsamt Technik völlig veraltet ist. Deshalb bittet die Lebenshilfe die Tagesspiegel-Leser um Spenden für ihre Enthospitalisierungsarbeit zugunsten jener, die zu DDR-Zeiten noch unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten.

„Ich war selbst dabei, als die DDR-Heime nach der Wende geöffnet wurden, als blutüberströmte Menschen hinter Gittern freigelassen wurden, als Ärzte noch abschätzig mit dem ausgestreckten Fuß auf die am Boden wimmernden Leute zeigten“, sagt Wolfgang Pohl, Begründer und Vorstandsvorsitzender des Lebenshilfe-Landesverbandes in Brandenburg. Das ist lange her, doch die Folgen der menschenverachtenden Unterbringungen sind noch heute spürbar. „Viele unserer Bewohner haben durch das Vor-sich-hin-Vegetieren auch noch psychische Krankheiten erlitten“, sagt Wohnstätten-Leiterin Chris Heider. Um ihnen das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten, um mit möglichst viel Heilerziehungs-Pflegepersonal arbeiten zu können, verzichten einige der insgesamt 150 in Brandenburg hauptberuflich tätigen Lebenshilfe-Mitarbeiter sogar auf Teile des Gehalts.

Von außen wirkt die Wohnanlage in Hönow für 25 Bewohner und knapp 40 Mitarbeiter und Helfer direkt hinter der östlichen Berliner Stadtgrenze einladend, mit ihrem großen Garten mitten zwischen Einfamilienhäusern. Innen sind die Wände in warmen Farbtönen gestrichen, daran hängen Fotos, die Bewohner mit glücklichen Gesichtern bei Ausflügen zeigen. Doch wer genauer hinguckt, dem fällt auf, wie dringend eine Sanierung fällig wäre.

Die verstorbene Sozialministerin Regine Hildebrandt selbst hatte 1994 noch den ersten Spatenstich für die Wohnanlage vorgenommen. Doch nach dem Einzug mussten die Betreiber immer wieder Baumängel monieren. So lassen sich etliche deckenhohe Fenstertüren gar nicht mehr öffnen, weil sie fest auf dem Boden lagern. Außerdem floss schon Regenwasser in die Häuser hinein. Die Scharniere der Zimmertüren hat der Hausmeister schon selbst überall mit Beschlägen nachgebessert. An den Schränken in den Küchen sind die Griffe teils abgefallen, die Türen hängen, der Kühlschrank hat große Dellen. Viele Bewohner der Anlage sind inkontinent, die alte Waschmaschine läuft unentwegt. Eine energiesparende Industriewaschmaschine wird dringend benötigt. Die Behörden zahlen zwar Tagesgelder für die intensive Betreuung der Männer und Frauen – aber Instandhaltungskosten für die Räume, in denen sie leben, sind damit nicht gedeckt. Annette Kögel

Das Konto: Spendenaktion Der Tagesspiegel e.V., Verwendungszweck: „Menschen helfen!“, Berliner Sparkasse, Kt.-Nr.: 250030 942, BLZ: 100 500 00. Auch beim Onlinebanking bitte Name und Anschrift für den Spendenbeleg notieren.

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