Berlin : Spendenkonto für Lkw-Spiegel Berliner finanzieren Hilfen gegen toten Winkel

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Aufgerüttelt von der Aktion „DobliSpiegel für Lkw“ setzen sich die Berliner zunehmend für Verkehrssicherheit ein. Besorgte Privatpersonen spenden Lkw-Rückspiegel an Unternehmen, die sich immer noch aus Kostengründen gegen die Spiegel sträuben. Um Unfälle im toten Winkel von abbiegenden Lkw zu verhindern, gibt es für die Extra-Spiegel nun ein Spendenkonto.

Frank Becker aus Treptow war einer der Ersten, der die Initiative aufgriff. Er will für jeden Artikel, den er in seinem Internet-Shop für Staubsaugerzubehör verkauft, einen Euro auf das Lkw-Spendenkonto überweisen. Becker sorgt sich um seinen Fahrrad fahrenden Sohn. Auch der Tod des neunjährigen Dersu, der vor einem Monat von einem rechtsabbiegenden Lkw überrollt wurde, ist vielen Spendern noch präsent.

Allmählich machen sich auch Lkw-Besitzer für die Sicherheit ihrer Laster stark und bringen holländische Dobli-Spiegel an. Am heutigen Mittwoch montiert Christian Nitsche von der Firma Machule einen solchen Spiegel an seinen 18-Tonnen-Tankwagen. „Ich verstehe die Diskussion um die Spiegel nicht“, sagt Nitsche. Anstatt darauf zu warten, dass Behörden neue Rückspiegel vorschreiben, hat er ihn kurzerhand selbst bestellt. „Ich fahre jetzt mit gutem Gewissen“, sagt der Heizöl-Lieferant.

Unterdessen lässt das Land Berlin mit Maßnahmen auf sich warten. Die BVG kündigte die freiwillige Umrüstung aller Busse zwar an, noch aber ist nichts passiert. Auch für die Stadtreinigung ist das Thema „nicht so drängend“, sagte Sprecherin Sabine Thümler. Schließlich schule die BSR ihre Fahrer speziell zum toten Winkel und im Schnitt habe das Unternehmen nur einen Unfall pro Jahr zu verantworten.

Wer Dobli-Spiegel für Lkw stiften will, kann auf das von Initiator Martin Keune eingerichtete Konto spenden. Auch Teilbeträge für die 150 Euro teuren Rückspiegel können überwiesen werden. cpa

Spenden unter dem Stichwort „Dobli“ auf das Konto 72 00 272 92 bei der Sparkasse Berlin, BLZ 100 500 00.

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