Berlin : Spirituelle Sitzung endete mit Rippenbruch

Aum-Sektenmitglieder vor Gericht

Fatina Keilani

Bei der sprituellen Sitzung ging es am Ende handgreiflich zu. Mit einem Gewürzmörser und einem Telefonhörer schlugen die Mitglieder der Aum-Sekte auf ihr Opfer ein. Die Frau erlitt vier Rippenbrüche und „multiple Prellungen“, wie es die Staatsanwaltschaft formuliert. Erst als sie bewusstlos wurde, ließen die Angeklagten von ihr ab. Zuvor hatte es einen Streit gegeben, bei dem die Frau eine andere Meinung vertreten hatte als die Sektenmitglieder. Für ihren brutalen Übergriff müssen sich sieben Frauen und ein Mann von heute an wegen gefährlicher Körperverletzung und Freiheitsberaubung vor dem Landgericht verantworten (9 Uhr, Saal 621).

Vor Gericht stehen der 40-jährige Ramin H. sowie Juliane K. (27), Silke Kl. (26), Verena R. (27), Melanie Ko. (23), Elisabeth Re. (20), Susan E. (24 ) und Maren C. (30 ). Ramin H. soll die sprituelle Sitzung am 23. Februar 2003 geleitet haben, in deren Verlauf sich der Streit mit dem Opfer entwickelte. Er soll die Zeugin bei dem Streit in einer Wohnung in Pankow zuerst selbst geschlagen haben und dann die Frauen zum Mitmachen aufgefordert haben. Daraufhin sollen auch die Mitangeklagten die Zeugin misshandelt haben. Die Frau brach in Tränen aus und sagte, sie wolle jetzt gehen. Aber man ließ sie nicht. Stattdessen soll H. zu ihr gesagt haben, dass er sie nicht gehen lassen werde, bevor sie die richtigen Antworten im Rahmen der spirituellen Sitzung gebe.

Die Aum-Sekte wurde 1987 in Japan gegründet. Sie gilt als äußerst gefährlich; unter anderem wird ihr der Anschlag mit dem Nervengas Sarin auf die Tokioter U-Bahn 1995 zugeschrieben, bei dem viele Menschen starben. Die Sekte soll rund 60000 Mitglieder haben.

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