Berlin : Splitter im ganzen Körper

Kliniken operieren Opfer des Dramas von Beslan

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Das war der schönste Dank für Jacqueline Boy aus Zehlendorf. Als der Besuch aus Beslan einen Paketschnipsel mit ihrem Namen aus der Tasche zog. „Den von mir ausgefüllten Absenderzettel hat die Frau aus Nordossetien mitgebracht. Diese Jacqueline Boy wollte sie in Berlin suchen und sich bei ihr bedanken.“ 509 Pakete mit Spielsachen und Kuscheltieren hatte die 36jährige Tagesspiegel-Leserin an die Überlebenden des Geiseldramas geschickt – und alle Pakete sind angekommen. Auch Tochter Saaranya packte mit. Die Zehlendorferin engagiert sich schon wieder bei einem anderen Projekt: Sie kümmert sich darum, dass Menschen aus Beslan in Berliner Krankenhäusern zu günstigen Konditionen behandelt werden. Sie hält Kontakt mit dem „Hammer Forum“, einem humanitären Verein von Medizinern, der Patienten einlädt.

So ist derzeit der kleine Ramazan in Berlin, seine Hautverbrennungen haben Ärzte im Unfallkrankenhaus Berlin operiert. Anzela Digurova war als Lehrerin der Schule Nr.1 am Tag der Geiselnahme in der Schulturnhalle. Ihr Arm ist nach einem Durchschuss gebrochen, sie hatte infolge der Detonationen Splitter im Körper. Auch sie wird intensiv von der Diakonie betreut; hier kümmert sich Martin Hellwig vom Evangelischen Johannesstift in Spandau um die Gäste. Der kleine Sergej wurde bereits in der Charité operiert – nun quälen ihn keine Splitter mehr im Körper. Die Charité will sich auch um den 16-jährigen David mit Splittern in Kopf und Lunge kümmern.

An der Berliner Hilfe für Beslan beteiligen sich viele Unternehmen wie der Postdienstleister DHL, Faber-Castell, Steiff und Sigikid. Auch der Verein „Blaue Herzen für Kinderfreundlichkeit“ hilft. „Doch es fehlt immer noch Geld, um Operationen zu finanzieren“, sagt Frau Boy. kög

Spenden an den Verein Club Dialog, Stichwort „Beslan“, Bank für die Sozialwirtschaft, Ktonr. 3108203, Blz. 10020500.

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