Berlin : Sport-Club Charlottenburg: Pläne für neues Sportzentrum kommen voran

CD

Der Sport-Club Charlottenburg (SCC) rechnet damit, dass "in Kürze" das so genannte vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren für sein geplantes Sportzentrum am Mommsenstadion beginnt und im Januar der Grundstein gelegt werden kann. Dann wäre die Eröffnung, wie erhofft, zur 100-Jahr-Feier des Vereins im September 2002 möglich.

Nach zweieinhalbjähriger Planung wollten SCC-Präsident Klaus Henk, Vizepräsident Jörg Wischhusen und Ehrenpräsident Heinz Kluth gestern ein abschließendes Gespräch mit Baustadträtin Beate Profé (Grüne) führen. Es blieben aber doch noch Fragen offen, am 25. Juli trifft man sich erneut. Die BVV hatte dem Projekt schon im März 1998 generell zugestimmt.

Zu klären bleiben der Pachtzins und die Dauer des Erbbaurechtsvertrags für das landeseigene Grundstück. "Wir kennen noch keine Zahlen", sagte Wischhusen, drei Ämter müssten sich erst abstimmen. Laut Stadträtin Profé sollte auch noch vor Verfahrensbeginn überprüft werden, ob man die Gebäudestandorte wegen nötiger Fluchtwege um ein paar Meter verlagern muss.

Der SCC will das rund 40 Millionen Mark teure Zentrum hauptsächlich für seine 4000 Mitglieder bauen. Die Pläne stammen vom Architekten Manfred Gehrmann. Das vierstöckige Haupthaus soll Verwaltungs-, Konferenz-, Fitness- und Trainingsräume, ein Schwimmbad, ein Restaurant für "athletengerechte Ernährung" und eine "Sportkneipe" aufnehmen. Außerdem entstehen Praxen für Physiotherapeuten und Orthopäden sowie ein sportorientierter, öffentlicher Hort für 50 Kinder.

Geplant ist auch ein Gästehaus mit 250 Betten. Bisher sei die Quartiersuche in der Nähe schwierig, berichtete Wischhusen. Vom Landessportbund wisse er, dass jedes Wochenende etwa 700 Sportler aus dem In- und Ausland zu Wettkämpfen nach Berlin kämen.

Die SCC-Vereinskasse bleibt unberührt. Wischhusen wurde Geschäftsführer einer neuen GmbH, die als Bauherr fungiert. Beteiligt daran ist die Firma Berlin Engineering Consulting (BIC). Die Einnahmen aus dem Gästehaus bilden eine wichtige Stütze des Finanzierungskonzepts. Auch Nicht-Sportler werden Zimmer mieten können.

Wenig begeistert von der Unterkunft ist der Siedlerverein Eichkamp. Dessen Vorsitzender Uwe Neumann befürchtet ein Verkehrschaos (laut SCC rechnet ein Gutachter dagegen nur mit einer "geringfügigen" Zunahme des Verkehrs). Seit langem gibt es Anwohnerbeschwerden, weil während Fußballspielen von Tennis Borussia, anderen größeren Sportveranstaltungen oder Ausstellungen auf dem nahen Messegelände viele Straßen zugeparkt sind und dem Durchgangsverkehr als "Schleichwege" dienen. "Auch wir wünschen uns eine Verkehrsführung, die den Schleichverkehr ausschließt.", betonte Wischhusen.

Unabhängig vom SCC-Projekt soll das Mommsenstadion bald mit Mitteln aus dem Senatsprogramm zur Schul- und Sportanlagen modernisiert werden. Fraglich ist lediglich, ob dabei auch die Sitzplatzzahl erhöht wird. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hatte dies, wie berichtet, nach dem Aufstieg von Tennis Borussia in die Zweite Liga mehrmals angemahnt. Nun aber verlor TeBe die Lizenz. Sollte es dabei bleiben, stünden die Gelder für mehr Sitze "wieder zur Disposition", sagte Stadträtin Profé. Bisher hat das Stadion rund 1700 Sitze und 10 300 Stehplätze.

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