Berlin : Sport ist Mord

Andreas Conrad

Mindestens seit der Antike weiß die Menschheit um die Risiken von Leibesübungen. Schon der erste Marathonläufer hätte ein Lied davon singen können, fiel aber leider vorher tot um. Von den Kollateralschäden, die der Diskuswerfer des Myron mit seinem Wurfgeschoss vielleicht verursachte, wollen wir schweigen, uns vielmehr den im WM-Jahr besonders virulenten Gefahren des Fußballspiels widmen. Sie lauern diesseits und jenseits des Reportergrabens. Um Alkohol- und Rauchverbot hat man sich Gedanken gemacht, sie greifen zu kurz. Nicht selten geht ein Granatenschuss ins Aus und trifft dort womöglich einen Zuschauerschädel mit verheerenden Folgen. Täte es ein Schaumstoffball nicht auch? Ebenso stellen die Stollen unter den Fußballschuhen eine Verletzungsgefahr dar, die mit Badeschlappen ausgeschlossen wäre. Nicht einleuchten will schließlich, dass die WM ausgerechnet in der heißesten, somit hitzschlagträchtigsten Zeit des Jahres stattfinden soll. Eine Winter-WM schlösse dies aus, und wir alle hätten genügend Zeit, weitere Gefahren zu erkennen und abzuwenden.

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