Berlin : Sport und Kultur bekommen den Löwenanteil

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Der Lotto-Topf wird aus 20 Prozent der Spielerträge und dem jährlichen Bilanzgewinn der Lotto-Gesellschaft gespeist. 25 Prozent des Batzens sind gesetzlich für den Sport reserviert; sie fließen teils an den Landessportbund, teils an den Etat des Sportsenators. Nach diesem Muster würde die PDS gern Prozentsätze für alle Förderbereiche festlegen. Die Grünen sind dafür, 60 Prozent der Lotto-Mittel zweckgebunden in den Landeshaushalt zu überführen. Dann könnte das Parlament darüber entscheiden und der Lotto-Beirat nur noch 40 Prozent "freihändig" vergeben. Das kommt für Landowsky nicht in Frage, und Buwitt knurrt: "Man soll sich doch nicht einbilden, dass dann mehr Geld da ist." Die SPD winkt nur noch müde ab. Als vor vier Jahren die damalige Finanzsenatorin Annette Fugmann-Heesing (SPD) sämtliche Lotto-Überschüsse für den Landeshaushalt einsacken wollte, biss sie sich am "System Landowsky" die Zähne aus.

Sieht man von der Sportförderung und den 90 Millionen Mark für drei Senatsprogramme ab, bekommt die Kultur den Löwenanteil aus dem Lottotopf. So wird die "Sieben-Hügel"-Ausstellung zum Millenniumsjahr mit 26 Millionen Mark finanziert. Für die Ausstellung über die Kunst des 20. Jahrhunderts wurden elf Millionen Mark locker gemacht. Das Jüdische Museum war mit fünf Millionen dabei, und eine beinahe schon institutionelle Lotto-Förderung genießen Kunstvereine mit jährlich insgesamt um die 6,4 Millionen Mark, darunter der Neue Berliner Kunstverein, dessen Vorstand Landowsky angehört. Der Zoologische Garten, der dem Finanzsenator untersteht, profitierte 1999 mit 16 Millionen Mark für das Flusspferdhaus und 19 Millionen für die geplante neue Robben- und Pinguinanlage. Ein Evangelisches Kinderheim in Friedrichsfelde erhielt 9,8 Millionen für Umbau und Modernisierung. Die Restaurierung von Kirchhöfen, Schwerpunkt Ost, wurde mit fünf Millionen Mark unterstützt. "Die Zahl der Anträge steigt, vor allem aus dem Osten", meint Landowsky. Beinahe schon Kleckersummen waren die zwei Mal 283 000 Mark für ein Jugendprojekt der Stiftung Naturschutz

Kritik an der Vergabepraxis? Aus Buwitts Sicht hat sich nichts geändert. Ihm fällt die goldglänzende Außenhaut der Philharmonie ein: "Sieben Millionen Mark gaben wir 1978 dafür. Das war damals viel Geld."

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