Berlin : Sportförderung: PRO von Holger Wild

Zum Thema Ted: Sollte der Senat die bisherige Sportförderung beibehalten? Freikörperkultur als "Sport" zu fördern, ist natürlich überhaupt nicht einzusehen. Mit gleichem Recht dürften dann ja auch diejenigen Staatsknete fordern, die sich mit Badehose in die Sonne legen. Wieso aber soll Pfeilwerfen (also Dart-Spielen) oder gemächliche Fortbewegung zu Fuß (nämlich Wandern) kein Sport sein? Bei Pfeilschießen oder schneller Fortbewegung zu Fuß - Rennen - würde doch auch niemand behaupten, solches entspräche nicht dem Begriff vom Sport. Die Liste an Sportarten, die der Landesrechnungshof sich zusammengedacht hat, erscheint also höchst willkürlich. Der Verdacht liegt nahe, dass sich da jemand am Olympischen Programm orientiert hat - zu diesem gehören die 18 Leibesübungen nämlich nicht, denen die Kontrolleure der öffentlichen Ausgaben nun die Förderung zu entziehen vorschlagen. Doch das IOC mag über den Unterhaltungswert von Wettbewerben entscheiden; für das Ideal der mens sana in corpore sano, welches doch von wegen Volksgesundheit und Gemeinschaftserlebnis der staatlichen Breitensport-Förderung zugrundeliegt, sind die Ideologen der athletischen Spitzentat wirklich nicht die bevorzugte Autorität. Ebenso wenig, wie sich Buchprüfer anmaßen sollten zu entscheiden, welche Ertüchtigung dem "gesunden Geist im gesunden Körper" förderungswürdig dient, und welche einem "Hobby" wie, sagen wir, Bleistiftesammeln gleichzustellen ist. Es sei denn, man entschiede, dass Freizeitgestaltung stets Privatvergnügen sei - auf Rechnung des Einzelnen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar