Berlin : Sportlerkneipen: Fußballgucken mit Experten Wo ehemalige Kicker und Boxer

die Fans vor die Fernseher locken

André Görke

Endlich! Endlich wieder Fußball. Ab 20.30 Uhr dürfen die Fans am heutigen Freitag wieder ihrem Lieblingsritual nachgehen: rein in die Kneipe, ran an den Fernseher – und mit Freunden Fußball gucken. Live. Den Auftakt machen heute Abend Bayern München und Eintracht Frankfurt. Aber wo können die Fans mit Experten gucken? Mit den Profis aus der Sportbranche? Wir haben uns umgeschaut.

Mercedes Welt am Salzufer. Was will der Fußballfan mehr? „Wir zeigen an jedem Spieltag die Premiere-Konferenzschaltung – und natürlich auch das Auftaktspiel der Bayern“, heißt es bei Mercedes Benz am Salzufer 1 (S-Bahnhof Tiergarten). Die Leinwand ist 40 Quadratmeter groß. Den Fans stehen 150 Sitzplätze zur Verfügung, der Eintritt ist frei. Direktor des Hauses ist Walter Müller, ehemaliger Präsident von Hertha BSC. Und was tippt der Experte? Walter Müller tippt nicht, er wünscht sich in erster Linie nur, dass „Hertha vor dem VfB Stuttgart landet. Die Wette habe ich ja leider in der vorigen Saison verloren.“ Wer in der modernen Mercedes-Welt guckt, sollte Hunger mitbringen. Das hauseigene Restaurant „Salt’n Pepper“ bietet zu den Bundesligaspielen Kartoffelsuppe (4,10 Euro) oder etwa Tramezzini (4,90 Euro), je nach Wunsch mit Thunfisch, Putenbrust oder Lachs. Das Bier (Jubiläums Pilsner, 0,3l) kostet 2,50 Euro.

Hanne am Zoo. Die Kneipe „Hanne am Zoo“ ist eine echte Fußballgaststätte – das steht gleich über dem Eingang (Joachimstaler Straße 1, Bahnhof Zoologischer Garten). Die Kneipe gehört seit einem Jahr Hanne Weiner (51), der in den Siebzigerjahren 217- mal für Hertha in der Bundesliga spielte. „Ich werde bei mir in der Kneipe mit Freunden am Stammtisch sitzen und Hertha die Daumen drücken“, sagt Weiner. Acht Fernseher stehen den Fans zur Verfügung, Freibier aber fließt erst beim Gewinn der Meisterschaft. „Wenn ich das bei jedem Tor machen würde, wäre ich schnell arm – Hertha hat ja zwei neue Stürmer geholt“, sagt Weiner. Das Bier (Königs-Pilsner, 0,3l) kostet 2,10 Euro. Und was gibt’s zu essen? „Wir bieten deutsche, rustikale Küche.“ Das Bauernfrühstück kostet 6,80 Euro. Schon Kneipenvorgänger Wolfgang Holst („Holst am Zoo“) gehörte zur Hertha-Familie – er war einst Präsident.

Rocky’s Inn. Nicht unbedingt eine schicke Bar zum Feiern, aber gemütlich ist sie allemal, die Kneipe „Rocky’s Inn“ im Charlottenburger Kiez am Savignyplatz (Grolmannstraße). Bei schönem Wetter können sich die Fußballfans mit ihrem 0,3l-Bierglas (Engelhardt-Pils, 1,80 Euro) vor der Kneipe in die Sonne setzen. Das Ambiente ist rustikal und stark sportlastig: An den Wänden hängen etliche Union- und Hertha-Trikots. Snackbars bietet der Savigny-Kiez genug. Bei der Anfahrt daran denken: Der S-Bahnhof Savignyplatz ist wegen Bauarbeiten geschlossen, vom Zoologischen Garten fahren Busse, zum Beispiel der 149er.

Vorsicht, geschlossen! Die Kneipe des ehemaligen Stürmers von Hertha BSC, Axel Kruse, im S-Bahnhof Jannowitzbrücke kennt jeder Fußballfan in Berlin. Doch Vorsicht – die Kneipe ist derzeit geschlossen. Bei der Deutschen Bahn AG heißt es: „Wir stehen kurz davor, den Laden neu zu vermieten, drei Bewerber gibt es noch.“ Auch die Kneipe des ehemaligen Herthaners Steffen Karl in Groß-Glienicke ist dicht. „Es hat sich finanziell nicht gelohnt“, sagt er. Jetzt spielt Karl lieber beim Chemnitzer FC.

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