Berlin : Sportsenator will alle Schwimmbäder erhalten

Klaus Böger eröffnete am Sonnabend offiziell die Sommersaison Investitionen und eine Immobilienfirma sollen den Sanierungsstau auflösen

Matthias Oloew

Bei den Berliner Bädern gibt es nichts mehr zu sparen. Sportsenator Klaus Böger (SPD) sagte am Sonnabend zur offiziellen Eröffnung der Sommersaison: „Wir müssen alle Bäder im Bestand halten – hier gibt es nichts mehr zu verknappen.“ Böger sieht in den Bädern eine „häufig unterschätzte, aber außerordentlich wichtige Einrichtung“, nicht nur für die Volksgesundheit, sondern auch für die Integration von ausländischen Kindern.

Böger gab am Sonnabend im Kombibad Mariendorf am Ankogelweg das offizielle Startsignal in die Sommersaison, obwohl einige Bäder schon seit zwei Wochen geöffnet sind. Seit gestern sind nun mit Ausnahmen der Sommerbäder Humboldthain und Olympiastadion alle Bäder in Betrieb. Im Humboldthain-Bad stehen noch Reparaturen nach dem langen Winter an, das Olympia-Bad bleibt wegen der Fußball-WM geschlossen. Am Montag wollen die Bäderbetriebe entscheiden, welche Pächter die Freibäder Lübars, Tegeler See und Plötzensee bekommen. Erst dann startet dort die Sommersaison.

Mit dem Start am Ankogelweg stürzten sich auch 70 Kinder in das 50-Meter-Becken zu einem Wettschwimmen. Dass immer weniger Berliner Kinder schwimmen können und immer öfter vom Unterricht freigestellt werden, will der Senator nicht vorbehaltlos glauben: „Ich lasse gerade eine Erhebung machen, die genau das untersucht“, so Böger. In den Lehrplänen sei Schwimmen für die dritten Klassen vorgeschrieben, „da will ich auch Ergebnisse sehen“, so Böger.

Damit 300 Kinder aus sozial schwachen Familien an einem Schwimmkurs teilnehmen können, haben am Sonnabend Sponsoren wie die Wasserbetriebe und die Werbefirma Ströer Patenschaften übernommen. Die meisten der Kinder stammen aus Neukölln.

Vor allem die Grünen im Abgeordnetenhaus hatten kritisiert, dass immer weniger Kita-Kinder und Schulklassen zum Schwimmen gingen, weil die Wege zu den Bädern immer länger würden. Böger erklärte daher am Sonnabend, er werde sich dafür einsetzen, dass der Senat in die Bäder investiere. Die Bäderbetriebe (BBB) können seit Jahren nur noch notwendige Reparaturen in ihren Bädern bezahlen, für eine grundlegende Sanierung fehlt das Geld. Bäder-Chef Klaus Lipinsky beziffert den Sanierungsstau der Bäder auf rund 80 Millionen Euro.

Ein zweiter Weg, das notwendige Geld zusammenzubekommen, ist die Gründung der so genannten Bäder-Infrastruktur-GmbH. Sie soll die Liegenschaften der Bäder vom Land erhalten, entwickeln und private Investoren ins Boot holen.

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