Sportstätten : Arena mit Aussicht

Im September ist Richtfest für die neue Großhalle am Ostbahnhof.

Arena am Ostbahnhof
Die nue Arena am Ostbahnhof. -Foto: dpa

Was für eine Aussicht! Links die Oberbaumbrücke mit ihren neugotischen Türmchen. Rechts der Fernsehturm am Alex, die Hallen des Ostbahnhofs und der Kirchturm von Sankt Michael in Kreuzberg, ganz hinten der Debis-Turm mit dem grünen Klecks auf dem Dach. Ein paar Monate noch können die Bauarbeiter in knapp 30 Meter Höhe das Ost-West-Panorama genießen, dann schiebt sich ein Dach in die Sichtachse. Mit jedem Tag wächst die O2-World am Ostbahnhof ein Stückchen weiter in den Himmel. Berlins Arena der Zukunft nimmt Gestalt an.

In der letzten Juli-Woche legt ein 1000 Tonnen schwerer Kran den ersten von zwei Stahlträgern der Dachkonstruktion quer. Im September ist das Richtfest, für den Herbst 2008 die Eröffnung geplant – da ein privates Unternehmen den Bau finanziert, darf man wohl von termingerechter Fertigstellung ausgehen.

Detlef Kornett, Europachef des Bauherren Anschutz Entertainment Group (AEG), führt öfters Besuchergruppen durch die werdende Arena. Neulich waren die Herren vom Fanbeirat der Berliner Eisbären da. Klein- bis mittelständische Unternehmer, sie haben im Auftrag der Eishockeyfans für 3000 Stehplätze gekämpft, die an der Stirnseite der Arena entstehen. Ein echter Eishockeyfan sitzt nicht. Wie die Herren vom Fanbeirat zwischen den nackten Betonwänden standen, genau dort, wo die wohnzimmerartigen Logen entstehen, da hat der Unternehmer X zum Unternehmer Y gesagt: Wollen wir uns nicht so eine Loge kaufen? Gäbe einen prima Blick auf die Stehplätze, die wir erkämpft haben.“ Der schöne Blick hat seinen Preis. Bis zu 170 000 Euro im Jahr kostet eine Loge; sie muss für fünf Jahre im Voraus gemietet werden.

In Los Angeles hat Anschutz vor acht Jahren das Staples Center eröffnet, Hauptmieter sind das Eishockeyteam der Kings und die Basketballspieler der Lakers, zu deren größten Fans Jack Nicholson gehört. Weil der Schauspieler nicht auf seine geliebten Cohibas verzichten mochte, finanzierte er höchstpersöhnlich den Anbau eines Rauchersalons. Auch in der O2-World wird ein komplettes Rauchverbot herrschen, mal abgesehen vom Zigarrensalon, den die Berliner schon mal prophylaktisch eingeplant haben. Welcome, Mr. Nicholson! gol

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