Berlin : Sprayer verpfeifen - soll das belohnt werden?: Pro

Hans Toeppen

Wahrscheinlich kann man sie in drei Gruppen einteilen: Entwicklungsgestörte, Sozialgestörte und Intelligenzgestörte. Außerdem dürfte Narzissmus verbreitet sein. Schon aus diesem Grunde wäre es sinnlos und völlig unverhältnismäßig, Sprayer, die nur sprayen, etwa massenhaft einsperren zu wollen. Aber das bedeutet doch nicht, dass die Gesellschaft sich die massive und kostenträchtige Verschandelung des Stadtbildes durch ein paar hundert manische Jugendliche achselzuckend immer weiter gefallen lassen muss. Zum Thema Ted: Sprayer verpfeifen - soll das belohnt werden?
Meinungen: Pro & Contra Wie in allen solchen Fällen von Kleinkriminalität gibt es nur ein Mittel: Die Täter zu finden und möglichst mit einem gründlichen Einblick in das Straf- und Zivilrecht zu sozialisieren. Dass das nicht immer klappt, ist bekanntlich der Lauf der Welt. Wir kennen ihn von Falschparkern oder Rasern. Umgekehrt kann man aber nicht Rudel von Politessen oder Ordnungskräften ständig durch die Nacht schicken, um der Dosen-Fetischisten und Fenster-Kratzer habhaft zu werden. Theoretisch - und in einer weniger gleichgültigen Gemeinschaft - wäre zwar zu erwarten, dass die Spayer nicht so ungestört krakeln können, wie sie es eben tun - Fische im Wasser der Großstadt. Aber Wegschauen hat Konjunktur. Da ist es nur eine Ironie der Geschichte, wenn man der Egozentrik der Sprayer nun den finanziellen Egoismus der Beobachter entgegensetzen will: Eine Prämie für jeden Täter. Das bisschen staatlich prämiierte "Denunziation" wird die Psyche der Stadt nicht annähernd so beschädigen, wie der ständige Vandalismus dies seit Jahren tut. Und neu ist sie schon gar nicht: Dass man das Gedächtnis oder den guten Willen von Zeugen belohnt, war schon lange vor den Sprayern ein probates Mittel gegen Straftäter. Geld schmiert eben alles auf der Welt.

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