Berlin : Spreepark: Giftmüll im Spreepark entdeckt

weso/clk

Der nach Peru geflohene Ex-Betreiber des Spreeparks Plänterwald, Norbert Witte, hat zahlreiche Fahrgeschäfte heimlich abgebaut und außer Landes gebracht, hochgiftige Pflanzenschutzmittel, zahllose Fässer mit Altöl und ein riesiger Müllberg blieben jedoch auf dem Gelände des Vergnügungsparks in Treptow zurück. Eine auf der Spree patroullierende Streife der Wasserschutzpolizei entdeckte am Mittwochvormittag zufällig den Müllberg, auf dem sich neben insgesamt 13 Autowracks, Schutt, Altmetall auch ein Container mit Altölfässern befindet.

In dem ehemaligen Wirtschaftshof in der Nähe des Riesenrades - er stammt noch aus DDR-Zeiten und wurde offensichtlich seit Jahren nicht genutzt - stapeln sich verrottete Fässer mit bisher nicht definiertem Inhalt. Mehrere Mülleimer sind bis zum Rand mit einem Pulver gefüllt, das möglicherweise als Lösch- oder Bindemittel diente. Auf mehreren Paletten stapeln sich zahlreiche Säcke mit einem ebenfalls noch aus DDR-Produktion stammenden Unkrautvernichtungsmittel "Simazin" - insgesamt schätzungsweise 1,2 Tonnen. Das Gift ist inzwischen verboten. Es ist nach Auskunft der Umweltkripo als "besonders überwachungsbedüftiger Abfall einzustufen". Der Abfall lagert bereits seit mehreren Jahren in der mehr einer Ruine gleichenden ehemaligen Gaststätte. Besucher seien jedoch nicht gefährdet gewesen. Zwar habe Witte schon vor längerer Zeit über die Alba-Tochterfirm Abfallwirtschafts-Union (AWU) ein Angebot für die Entsorgung der Sonderabfälle eingeholt. Darüber hinaus wurde allerdings nichts unternommen, um den Giftmüll wegzuschaffen.

Rechtsanwalt Hans-Ludwig Trümper, bis Oktober Geschäftsführer der Spreepark GmbH und seitdem als Anwalt der Familie Witte mit dem Verkauf des Spreeparks beauftragt, sagt dazu: "Im Spreepark ist kein Umweltskandal zu erwarten. Es gab regelmäßig Kontrollen an den Anlagen mit Hydraulik, ob Öl oder sonstige Umweltgifte in den Boden sickern. Zuletzt im vergangenen Sommer."

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