SPREEPARK IM PLÄNTERWALD : Als die Festlaune verflog

OST-RUMMEL

Traditionelle Karussells und Kirmesbuden prägten den Kulturpark Plänterwald, als er 1969 eröffnet wurde. Fast alle Fahrgeschäfte waren Importe aus dem Westen, die Produktion solcher Belustigungen war in der Planwirtschaft nicht vorgesehen.

WEST-PLEITE

Nach der Wende baute Norbert Witte den Park zum modernen Rummel aus. Ab 1999 stiegen die Schulden, 2001 wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, das zu keiner Sanierung führte. 2002 reiste Witte mit sechs verschifften Fahrgeschäften heimlich nach Lima in Peru ab, um dort einen LunaPark aufbauen. Das scheiterte ebenfalls, und Witte verstrickte sich in Drogengeschäfte: Im Mast eines Karussells wollte er Kokain nach Berlin schmuggeln. Er wurde hier zu mehrjähriger Haft verurteilt, sein am Coup beteiligter, in Lima gebliebener Sohn erhielt dort 20 Jahre Haft. Norbert Witte lebt heute in einem Wohnwagen im Spreepark.

WIEDER HOFFNUNG

Einige Unternehmen wollten dort bereits einen Neuanfang wagen, so die Betreiber des Tivoli in Kopenhagen, sprangen aber wegen der ungünstigen Übernahmebedingungen wieder ab. Die verfahrene Situation könnte sich nun durch eine Initiative des Finanzamtes auflösen: Wegen hoher Grundsteuerschulden hat es die zwangsweise Versteigerung des Erbbaupachtvertrages beantragt, den Norbert Witte 1991 mit dem Land Berlin abschloss. Dadurch gerät die Deutsche Bank als Gläubiger unter Druck, sich mit interessierten Investoren über den Ausgleich der Schulden zu einigen. Pokert sie zu hoch, muss sie möglicherweise ein niedriges Gebot, das zum Zuge kommt, akzeptieren. CS

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