Spreeufer in Moabit : An der Spree fallen 32 Bäume

Seit mehr als fünf Jahren ist ein Teil des Spreeufers in Moabit wegen einer kaputten Uferwand gesperrt. Anfang nächsten Jahres sollen die Sanierungsarbeiten beginnen. Dafür müssen heute Bäume weichen.

Ronja Straub
Am Wikingerufer in Moabit werden am Mittwoch 32 Bäume gefällt. Bisher müssen Schiffe wegen der brüchigen Uferwand10 Meter Abstand halten.
Am Wikingerufer in Moabit werden am Mittwoch 32 Bäume gefällt. Bisher müssen Schiffe wegen der brüchigen Uferwand10 Meter Abstand...Foto: Ronja Straub

Nach den 200 Bäumen, die am Montag im Leonorenpark in Lankwitz gefällt wurden, gehen am Mittwoch die Fällarbeiten in Berlin am Spreeufer weiter. 32 Bäume werden zwischen Gotzkowskybrücke und Wullenweberstraße gefällt. Für Spaziergänger ist die Spreepromenade am Wikingerufer seit mehr als fünf Jahren mit Bauzäunen schon gesperrt. Auf dem Kiesboden ist Moos gewachsen, die Sitzbänke sind verwaist und verwittert.

Maßnahme kostet 25 Millionen Euro

Der Grund für die lange Sperrung ist die schadhafte 400 Meter lange Uferwand. Die Sanierungskosten liegen bei 25 Millionen Euro; die Arbeiten dauern bis Mitte 2019. Dafür muss allerdings die erste Baumreihe an der Promenade fallen. Denn hinter der Uferwand will man ab Sommer diesen Jahres einen Entlastunggraben angelegt.

Seit fünf Jahren ist die Spreepromenade am Wikingerufer für Spaziergänger gesperrt.
Seit fünf Jahren ist die Spreepromenade am Wikingerufer für Spaziergänger gesperrt.Foto: Ronja Straub

Ein weiteres Problem ist: "Wenn die Mauer einbricht, was nicht auszuschließen ist, würde auch eine Baumreihe mit abstürzen", sagte Sprecher der Umweltverwaltung, Matthias Tang. Auf der Wasserseite wird der untere Bereich der Uferwand mit einer Spundwand und einer Verfüllung stabilisiert. Denn die 1911 erbaute Uferwand steht auf Holzpfählen, die völlig marode sind. Erst nach diesen Maßnahmen könne die Mauersanierung beginnen.

Die zweite Baumreihe bleibt erhalten

Anfang Februar hatte der BUND Berlin Protest gegen die Baumfällungen eingelegt. „Die Erhaltung der zweiten Baumreihe war in den Planungen des Senats nicht ausreichend berücksichtigt worden“, sagt BUND–Baumschutzreferent Christian Hönig. Bei einer gemeinsamen Begehung am Mittwoch sei man jedoch zu einer Einigung gekommen: Die zweite, also an der Straße gelegene Baumreihe bleibt jetzt stehen. Für die 32 Bäume, die gefällt werden, ist eine Ersatzmaßnahme geplant. Im Bezirk werden etwa 70 neue Bäume gepflanzt – wo genau, das ist noch unklar.

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