Berlin : Sprengelkiez: Projekt zum Tausch von Dienstleistungen in Wedding gegründet

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Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger aus dem Sprengelkiez nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand: Der Kiezverein Kommunales Forum hat eine "Stadtteilgenossenschaft" gegründet, die neue Arbeitsplätze schaffen und Bewohnern der Gegend Vorteile bringen soll. Das Prinzip ist einfach: Jedes Mitglied zahlt ein nach Einkommen gestaffeltes Eintrittsgeld, das Unternehmenskapital. Die Genossen erbringen untereinander Dienstleistungen zu ermäßigten Preisen. Denkbar wäre also, dass ein Arbeitsloser einem Sozialhilfeempfänger die Wohnung tapeziert, dieser wiederum anderen Genossen beim Umzug hilft oder eine bedürftige alte Frau unterstützt. Nicht-Mitglieder zahlen höhere Preise.

Das Kommunale Forum rechnet für den Anfang mit 30 bis 50 Mitgliedern: Neben arbeitslosen und nicht-arbeitslosen Bewohnern des Kiezes rund um Sparrplatz, Sprengel- und Torfstraße, kämen unter anderem kommunale Einrichtungen, so genannte Beschäftigungsträger und kleine Gewerbebetriebe in Frage. Die Genossenschaft sei keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, sagte Achter, sondern ein ganz normales Unternehmen. Die Fördermittel, die man beantragen werde, seien anderen Gewerbetreibenden auch zugänglich.

Keimzelle der "Stadtteilgenossenschaft" ist das Projekt "Stadtteilbetrieb", in dem seit anderhalb Jahren sechs Mitarbeiter "handwerksähnliche Dienstleistungen" wie Entrümpelungen und kleinere Reparaturen erbringen. Auch sie sollen Genossen werden. Geschäftssitz des Unternehmens ist vorerst der Nachbarschaftsladen Torfstraße.

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