Sprengung : Explosiver Stoff an Schule gefunden

An einer Schule im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf haben Lehrer bei Aufräumarbeiten im Chemiefachraum Flaschen mit Pikrinsäurekristallen entdeckt. Der explosive Stoff wurde von der Feuerwehr im Sandkasten kontrolliert gesprengt.

BerlinDer Fund eines gesundheitsschädlichen und explosiven Stoffes an einer Schule im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat am Freitagnachmittag die Polizei alarmiert. In der Herder-Oberschule in Westend seien von Lehrern bei Aufräumarbeiten im Chemiefachraum fünf kleine Flaschen mit Pikrinsäurekristallen entdeckt worden, sagte ein Polizeisprecher. Feuerwehr und Polizei sprengten die Flaschen kontrolliert auf dem Schulhof. Dabei soll es keine Komplikationen gegeben haben.

Für die Sprengung hoben Entschärfer den Angaben zufolge in einem auf dem Schulhof befindlichen Sandkasten eine Mulde aus. Nach der Sprengung hatte sich dort ein etwa 60 Zentimeter tiefer Krater mit einem Durchmesser von einem Meter gebildet.

Zuvor waren die Bewohner von drei umliegenden Mehrfamilienhäusern und eines Einfamilienhauses in Sicherheit gebracht worden. Betroffen waren 18 Wohnungen. In der Schule hielten sich nur noch wenige Lehrer sowie die Mitglieder einer Schach-AG auf. Auch sie wurden in Sicherheit gebracht. Insgesamt waren den Angaben zufolge etwa 30 Polizeibeamte und zehn Feuerwehrleute im Einsatz. Es gab weiträumige Straßensperrungen.

Pikrinsäure wurde früher als Explosivstoff zur Füllung von Granaten verwandt, später jedoch durch TNT ersetzt. Die Substanz ist für den Menschen gefährlich, bereits die Aufnahme von ein bis zwei Gramm durch den Körper kann schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen. (fg/ddp)

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