St. Patrick’s Day : In etlichen Pubs wird gefeiert - Parade fällt aus

Die St. Patrick’s Day Parade muss dieses Jahr ausfallen. Trotzdem gibt genug Möglichkeiten in Berlin, in irische Stimmung zu kommen. Große Prügeleien gab es die Jahre zuvor nicht.

Yves Bellinghausen
In Dublin wird der Nationalfeiertag meist kostümiert und feucht fröhlich gefeiert.
In Dublin wird der Nationalfeiertag meist kostümiert und feuchtfröhlich gefeiert.Foto: dpa

Wenn die Kollegen im grünen Hemd zur Arbeit erscheinen, nachmittags schon „Guinness“-Bier trinken und nach Sonnenuntergang der Berliner Funkturm grün angeleuchtet wird, dann ist wahrscheinlich wieder St. Patrick’s Day. Der irische Nationalfeiertag am 17. März ist weltweit ein beliebtes Fest geworden.

Auch die Berliner können sich wieder auf ausgiebige Partys in der Stadt freuen – die beliebte St. Patrick’s Day Parade durch Kreuzberg muss dieses Jahr allerdings ausfallen. „Zu geringe Ressourcen und zu wenig Unterstützung“, erklärt der Veranstalter auf Facebook zur Begründung.

Die Party will sich der irische Botschafter in Deutschland, Michael Collins, dadurch allerdings nicht vermiesen lassen. „Wir haben in Berlin zwar nicht so eine große, dafür aber eine sehr aktive Community“, erklärte er auf Anfrage. In etlichen Pubs werden trotz des abgesagten Umzugs Partys stattfinden. Er selber werde den St. Patrick’s Day allerdings bei einem Empfang in der Botschaft feiern, sagte Collins.

Polizei trifft keine besonderen Vorkehrungen

„Ich freue mich wirklich jedes Jahr auf den Tag“, so Collins, „es ist eine tolle Gelegenheit, um Irland und unsere reiche Kultur zu feiern.“ Aber – Hand aufs Herz – ist der St. Patrick’s Day nicht nur ein weiterer Vorwand, sich schon tagsüber zu betrinken? „Absolutely not!“, erwidert Collins fast empört, „es gibt viele Leute, die den Tag verantwortungsvoll und mit Respekt feiern.“ Nicht jeder würde aus diesem Anlass zu viel Alkohol trinken und sich danebenbenehmen, sagt er.

Die Berliner Polizei kann das bestätigen. „In den letzten Jahren hatten wir während des St. Patrick’s Day keine größeren Auffälligkeiten und auch dieses Jahr treffen wir keine besonderen Vorkehrungen“, heißt es aus der Polizei-Pressestelle.

Hauptsächlich Touristen in den Kneipen

Auch Damien hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Er arbeitet schon seit mehreren Jahren in einem Irish Pub in Mitte. „Wir haben hier jedes Jahr 600 Leute in unserer Bar. Die sind alle besoffen, aber die prügeln sich eigentlich nie. Die allermeisten wollen einfach nur ihren Spaß haben“, sagt er mit charmantem irischen Akzent. Außer der üblichen Security gebe es keine Vorsichtsmaßnahmen.

Unter seinen Gästen hat Damien eigentlich kaum Iren. Und wenn doch, dann würde er sie am Sankt Patrick’s Day das einzige Mal im Jahr sehen. Von den wenigen Iren, die in Berlin leben, ließen sich nur wenige regelmäßig in einem Irish Pub blicken, sagt er lachend. In solchen Kneipen, das wissen eben auch die Berliner Iren, trifft man vor allem Touristen.

Kann der Berliner St. Patrick’s Day überhaupt noch mit dem Original auf der grünen Insel mithalten? Michael Collins lacht. „Na ja, jeder hat halt seinen eigenen Weg, den Sankt Patrick’s zu feiern“, sagt der Diplomat überaus diplomatisch, „in Irland selber ist es aber naturgemäß größer.“

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