Berlin : Staatliche Europaschulen: Drei neue Standorte in Berlin

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Das Netz der Staatlichen Europaschulen Berlin wird im kommenden Schuljahr erneut ausgeweitet: Die Grundschüler mit Italienisch- und Spanischschwerpunkt können jetzt auf ausgewählte Oberschulen überwechseln. Für Italienisch kann man sich wahlweise in Neukölln am Albert-Einstein-Gymnasium oder an der Alfred-Nobel-Realschule anmelden, für Spanisch an der Schöneberger Sophie-Scholl-Gesamtschule. Ein Ärgernis in allen Europaschulen ist weiterhin die schlechtere Bezahlung der ausländischen Lehrer.

Die letzten Hoffnungen auf eine bessere Besoldung hat die Senatsinnenverwaltung zerschlagen. Die Lehrkräfte seien "entsprechend ihrer Ausbildung" in das Bezahlungssystem eingeordnet. Ein Bewährungsaufstieg komme nicht in Betracht, heißt es in einer aktuellen Mitteilung an das Abgeordnetenhaus. Die Bündnisgrünen wollen sich damit nicht abfinden und den Punkt erneut im Schulausschuss behandeln. Sie befürchten weitere Kündigungen der dringend benötigten Fachlehrer, falls sich nichts ändert, so ihr schulpolitischer Sprecher Özcan Mutlu. 30 Lehrer hätten in den neun Jahren des Bestehens der Europaschulen bereits gekündigt.

Auch die Europa-Union streitet seit langem für eine bessere Besoldung der Pädagogen, nicht zuletzt deshalb, weil diese mangels geeigneter Bücher für das ehrgeizige bilunguale Modell ihr eigenes Unterrichtsmaterial herstellen müssen, sagt Ingeborg Görsdorf vom Vorstand der Europa-Union. Kritisiert wird von einigen Europaschulen zudem, dass in den Leitungsgremien häufig kein Vertreter der Partnersprache anzutreffen ist. Das Landesschulamt berufe Konrektoren ohne Rücksicht auf die besonderen Anforderungen dieser Spezialschulen.

Die Europaschulen nehmen auch Seiteneinsteiger auf. Nicht nur Absolventen der bilingualen Grundschulen können sich also noch bis kommenden Freitag am Albert-Einstein-Gymnasium (Tel. 600 90 20), an der Alfred-Nobel-Schule (Tel. 600 90 28) oder an der Sophie-Scholl-Gesamtschule (7560 7171) anmelden. Im übernächsten Schuljahr wird die türkische Europa-Grundschule an der Kreuzberger Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule fortgesetzt.

Welche Oberschulen Griechisch und Portugiesisch weiterführen, steht noch nicht fest. Für alle Partnersprachen unklar ist, ob man künftig auch die Schulabschlüsse der Partnerländer an den Europaschulen erwerben kann. Mit diesem Thema befasst sich am 19. März um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung der Europa-Union im Roten Rathaus.

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