Staatliche Unterstützung : Nur Profisport wird nicht gefördert

2132 Berliner Vereine und Clubs im Breiten- und Spitzensport erhalten staatliche Unterstützung.

In Berlin gibt es 2132 förderungswürdige Sportorganisationen. An der Spitze stehen Fußball-, Turn-, Tennis- oder Volleyballvereine, aber auch Golf- und Segelclubs. Was die Clubs tun müssen, um förderungswürdig zu sein, ist im Sportförderungsgesetz des Landes Berlin geregelt.

Grundbedingung ist die Gemeinnützigkeit, die mit einem Freistellungsbescheid des Finanzamts nachgewiesen wird. Weitere Kriterien sind: Anerkennung durch die Sportverwaltung, Mitgliedschaft in einem Sportfachverband, Eintragung ins Vereinsregister und Registrierung durch den Landessportbund Berlin. Auch die sogenannten Großsportvereine werden in der Regel öffentlich gefördert. Dazu gehören beispielsweise Hertha BSC, die Reinickendorfer Füchse, die Wasserfreunde Spandau 04, die Eisbären, Alba, der Sportclub Charlottenburg (SCC) oder der Tennisclub Blau-Weiß.

Der kommerzielle Sport, der innerhalb solcher Vereine ausgeübt wird, ist von der staatlichen Förderung allerdings ausgenommen. Durch die Gründung von Profi-Abteilungen, die gewerblich organisiert sind, wird versucht, den Amateur- vom Berufssport zu trennen. Denn „gewerbsmäßig betriebener Sport wird grundsätzlich nicht gefördert“, steht im Landesgesetz. Die großen Vereine, die auch Profis beschäftigen, müssen ein Übungs- und Wettkampfangebot vorweisen, insbesondere im Jugendbereich, um trotzdem gefördert werden zu können.

Dabei gibt es, das räumen die Fachleute in der Sportverwaltung freimütig ein, eine Grauzone. Auch Vereine, die mit großen Summen hantieren, nehmen jeden Euro aus der staatlichen Kasse, den sie kriegen können. Für den Bau und die Pflege ihrer Sportanlagen, für die Nutzung landeseigener Grundstücke, Personalmittel oder andere Zuwendungen. Außerdem erhalten in Berlin 34 Bundesligavereine (Erstligisten) Zuschüsse von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie für den teuren Wettbewerbsbetrieb. Gefördert wird nicht, wenn der Vereinsetat über 15 Millionen Euro jährlich liegt.

Die Nutzung öffentlicher Sportanlagen ist in den Ausführungsvorschriften der Verwaltung (SPAN) detailliert geregelt. Dort steht auch: Werden landeseigene Grundstücke an förderungswürdige (das heißt auch gemeinnützige) Sportorganisationen vermietet oder verpachtet, sind 41 Cent pro Quadratmeter und Jahr zu fordern. Bei einem Anteil von 15 Prozent junger Vereinsmitglieder (unter 21 Jahre) verringert sich der Pachtzins auf 31 Cent. Ist der Verein nicht förderungswürdig, muss das „ortsübliche Nutzungsentgelt“ genommen werden. Seit 2001 dürfen gemeinnützige Sportvereine ihre Pachtgrundstücke kaufen. Seitdem wurden 65 Immobilien verkauft. za

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben