Berlin : Staatsanwalt: Schüsse waren Notwehr Ermittlungen nach Tod in Neptunbrunnen beendet

Der Vorfall hatte eine bundesweite Diskussion darüber ausgelöst, wie weit Polizisten in Extremsituationen gehen dürfen. Jetzt hat die Berliner Staatsanwaltschaft entschieden: Das Verhalten eines Polizisten beim Einsatz gegen einen psychisch Kranken im Neptunbrunnen in Mitte war angemessen. Daher sind die Ermittlungen gegen den Beamten wegen der tödlichen Schüsse unweit des Roten Rathauses eingestellt worden, wie die „Abendschau“ und andere Medien am Freitagabend meldeten. Das Vorgehen des Beamten Ende Juni gegen den mit einem Messer bewaffneten Manuel F. war demnach aus Sicht der Staatsanwaltschaft gerechtfertigte Notwehr.

Viele Bürger und Politiker hatten nach dem Einsatz die Frage gestellt, weshalb scharf auf den mit einem Messer bewaffneten Mann geschossen worden war. Polizisten wiederum beklagten sich über aggressive Kommentare von Bürgern und sahen sich ungerechtfertigt Vorwürfen ausgesetzt. Der Polizist, der die Schüsse abgegeben hatte, hatte bereits wenige Tage nach dem Vorfall seinen Dienst wieder aufgenommen. Es wurde aber routinemäßig gegen ihn wegen des Verdachts auf Totschlag ermittelt. Über sein Opfer wurde nach dem Vorfall bekannt, dass der 31-Jährige Spuren verschiedener Drogen im Blut aufwies, die er möglicherweise regelmäßig konsumiert hatte und die eine Ursache seiner psychischen Auffälligkeiten gewesen sein könnten. lvt

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar