Berlin : Staatsdiener schaffen sich ein Haus der Kunst

I.B.

"Es war eine Jahrhundertentscheidung." - Gerd Eßer, Geschäftsführer des Deutschen Beamtenbundes, griff gestern zu großen Worten, um die Freude über das neue Hauptquartier des Bundes an der Friedrichstraße auszudrücken. Und wenn sich Großes über die Anstrengung, die Fläche und das Geld definiert, dann ist das Gebäude, das am 12. Dezember offiziell eröffnet wird, sicher ein großer Wurf. Allein der Zusammenkauf der insgesamt vier Grundstücke zwischen Französischer, Behren- und Friedrichstraße dauerte zwei Jahre. Das Filetstück des Ensembles war für die Beamtenlobby auch das schwierigste Stück Arbeit: das ehemalige Haus der Demokratie. Erst nach langem Streit und Zahlung einer erheblichen Abfindung zogen die Bürgerrechtsgruppen aus.

280 Millionen Mark steckte der Beamtenbund in das Projekt, nach zweijähriger Bauzeit entstanden 28 000 Quadratmeter Nutzfläche. Das Herzstück des Gebäudes ist ein teilbarer Konferenzraum für Tagungen, Konzerte und Vorträge, der bis zu 320 Menschen Platz bietet. Dazu wird der Lichthof des Foyers mit einbezogen. Um das gleiche Raumgefühl wie in den angrenzenden Zimmern zu bieten, kann die Glasdecke des Lichthofes heruntergefahren werden.

Das Gebäude will ein Haus der Kunst sein. Dazu kaufte man fast 500 Kunstwerke vornehmlich von jungen, deutschen Künstlern. Außerdem zeigt der Beamtenbund wechselnde Ausstellungen, derzeit die dekorativen Skulpturen von Thomas Deboeser. Die Werke des Rheinländers sollen das Heimweh der aus Bonn umgezogenen Lobbyisten etwas mildern.

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