Berlin : Staatsempfang für jedermann

Dieses Wochenende ist es soweit: Die Bundesregierung lädt die Berliner zum Hausbesuch in die Ministerien. Das Kanzleramt ist besonders beliebt

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Wer weiß, welcher Kanzler, welche Minister nach dem 22. September von Berlin aus regieren. Noch sind die Rot-Grünen Hausherren, und so laden Gerhard Schröder mitsamt Pressestab sowie Ministerinnen und Minister die „Mitbürgerinnen und Mitbürger“ an diesem Wochenende zum Tag der Offenen Tür. Wie läuft es sich auf dem Terracotta-Boden im Büro von Joschka Fischer, und an welchen Pisa-Fragen sind die deutschen Schüler verzweifelt? Politik zum Anfassen – das hat sich der Bund für den vierten „Staatsbesuch“ auf die schwarz-rot-goldene Fahne geschrieben. Rund 100 000 Menschen werden Sonnabend und Sonntag wohl wieder zwischen 10 und 18 Uhr kommen. Ein Tipp: Viele Häuser öffnen schon kurz vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung. Besonders voll dürfte es am Kanzleramt werden – zu Spitzenzeiten muss man eine gute Dreiviertelstunde Wartezeit einkalkulieren.

Bei den Führungen, Diskussionen und Programmpunkten geben sich die bundesdeutschen Hausherren zukunftsorientiert: Vieles dreht sich um Nachhaltigkeit – diesen sperrigen Begriff, der langfristiges, veranwortungsbewusstes und ressourcenschonendes Handeln nicht nur in der Politik meint. Nachhaltigkeit ist Motto des Weltgipfels in Johannesburg Ende August, an dem sich die Bundesregierung beteiligt. Am Sonntag übergeben deswegen junge Autoren das Buch „Jugend schreibt Zukunft“ an Staatsminister Hans Martin Bury im Bundeskanzleramt – Matthias Platzeck (SPD), Ministerpräsident in Brandenburg, wird als Mitglied des Rats für Nachhaltige Entwicklung dabei sein.

Doch neben aller Ernsthaftigkeit soll der Spaß beim „Staatsbesuch“ nicht zu kurz kommen – überall gibt es bunte Unterhaltungsprogramme. Wer sich einen Überblick über alle Bundesbehörden in Berlin verschaffen möchte, kann am Wochenende auch die Daueraustellung „Bundeshauptstadt Berlin“ in der Behrenstraße 39 in Mitte besuchen (9 bis 19.30 Uhr). Annette Kögel

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