Berlin : Staatsschutz ermittelt nach Schlägerei

Berlin - Nach einem möglicherweise rassistischen Übergriff auf ein Mitglied der türkischen Vätergruppe „Aufbruch Neukölln“ auf dem S-Bahnhof Waidmannslust in Frohnau ermittelt der  Staatsschutz. Dabei gibt es unterschiedliche Versionen.

Wie der Vorsitzende des Vereins, Kazim Erdogan, berichtet, soll der Unterstützer G. mit seiner Ehefrau rassistisch beleidigt und schwer zusammengeschlagen worden sein. Nach Angaben von G. haben ihm zwei anwesende Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes nicht geholfen, sondern sogar die Täter aufgefordert, vor dem Eintreffen der Polizei abzuhauen. G. griff sich nach seinen Angaben schließlich zur Abwehr eine Bierflasche, die auf dem Boden gelegen habe. Die Sicherheitskräfte hätten ihn dann aufgefordert, die Flasche fallen zu lassen, worauf ihn die Schläger, wiederum unbehelligt von den Mitarbeitern, erneut attackiert hätten. Deshalb habe er erneut mit der Flasche gedroht, sagte G. Eingetroffene Zivilpolizisten hätten eine Waffe auf ihn gerichtet, dann aber die Personalien der Männer aufgenommen und einen Zeugen angehört.

Die zuständige Bundespolizei hatte am Sonntagabend eine Meldung unter der Überschrift „Betrunkene schlagen sich mit Ehepaar“ verschickt. Von einem rassistischen Hintergrund sei bislang nichts bekannt, sagte ein Sprecher am Montag. Im Bericht stehe lediglich, dass es gegenseitige Schläge und Tritte zwischen dem 55-jährigen G., seiner Frau und den beiden 19 und 25 Jahre alten betrunkenen Deutschen gegeben habe. „Der Ehemann biss einen der Angreifer in den Rücken. Bahnmitarbeiter mussten die vier trennen“, hieß es. G. und seine Frau, die einen Nervenzusammenbruch erlitten habe, wurden kurz nach Eintreffen der Beamten ins Krankenhaus gebracht und nach Angaben des Sprechers noch nicht vernommen. Da Erdogan seine Version öffentlich gemacht hat, ermittelt der Staatsschutz. kt/tabu

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