Berlin : Staatssekretär Peter Kurth wird voraussichtlich Finanzsenator

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Ihn hätte der Regierende Bürgermeister und CDU-Landeschef Eberhard Diepgen gern zum Finanzsenator gemacht: Friedrich Merz. Der 44-jährige Jurist aus dem Sauerland, der 1989 seine politische Laufbahn im Europaparlament begann und seit 1994 für die CDU im Bundestag sitzt, startete nach der Bundestagswahl 1998 eine steile Karriere. Mit dem innerparteilichen Generationswechsel, der nach Wahlniederlage eingeleitet wurde, kam Merz in wichtige Positionen: als Mitglied des CDU-Bundesvorstands und stellvertretender Fraktionschef der

CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zuständig für die Finanz- und Wirtschaftspolitik.

Aber Merz, inzwischen ein wichtiges Sprachrohr der Union, sagte ab. Er will in der Bundespolitik bleiben. Diepgen versuchte außerdem, zwei Wirtschafts-Manager für das Amt des Finanzsenators zu gewinnen. "Top-Leute mit politischem Hindergrund", hieß es in Berliner CDU-Kreisen. Dem Vernehmen nach ohne Erfolg: Die Bezahlung stimme nicht. "Die schmale Besoldung von Regierungsämtern in Berlin ist wirklich ein Problem", klagte gestern ein führender CDU-Mann. Hochqualifizierte Quereinsteiger für landespolitische Aufgaben zu gewinnen, sei kaum noch möglich.

Die Namen werden geheim gehalten. Die Kandidaten, die möglicherweise schon keine mehr sind, sollen nicht beschädigt werden. Voraussichtlich wird Diepgen den Führungsgremien der Landes-CDU heute einen internen Kandidaten als künftigen Finanzsenator präsentieren: Peter Kurth, seit 1994 Staatssekretär in der Finanzverwaltung. "Darauf läuft es wahrscheinlich hinaus", wurde gestern von mehreren CDU-Politikern übereinstimmend bestätigt.

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