Berlin : Stachen im Bordell die Hell’s Angels zu?

Tod im Saunaclub „Palace“: Drei Verdächtige festgenommen

Frank Jansen

Rotlicht, Rocker, lange Messer – Mitglieder der Hell’s Angels haben offenbar einige der gängigen Klischees bestätigt, die dem Motorradclub anhaften. Vergangenen Donnerstag wurde im Hellersdorfer Saunaclub „Palace“ der 41 Jahre alte Frank B. erstochen, tatverdächtig sind der „Präsident“ des „Hell’s Angels MC Berlin“, Michael N. (40) und zwei seiner Kumpane. Nach einer durchzechten Nacht in dem Bordell kam es zum Streit, als am Donnerstagmorgen Frank B. erschien und sich angeblich der Begleiterin des „Präsidenten“ ungebührlich näherte. Mit grausigen Folgen: Nach mehreren Stichen in den Oberkörper verblutete Frank B. noch im Saunaclub. Ob nun der „Präsident“ selbst oder „Hell’s Angel“ Mark S. (38) oder Michael H. (41) das große Küchenmesser führte, ist unklar. Das Bordellpersonal habe sich nur zum Tatgeschehen, aber nicht direkt zum Täter äußern können oder wollen, hieß es in Sicherheitskreisen.

„Präsident“ Michael N., Mark S. und Michael H. erschienen am Sonntag in Begleitung ihrer Anwälte freiwillig bei der Polizei. Das Trio wurde festgenommen und gestern dem Haftrichter des Landgerichts vorgeführt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern gemeinschaftlichen Totschlag vor. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen Konflikt um Drogen oder andere einschlägige Delikte, sagten Sicherheitsexperten.

Die Berliner „Hell’s Angels“, insgesamt etwa 40 Mitglieder und Anwärter in zwei „Charters“, gelten im Vergleich zu anderen Gruppen im Bundesgebiet als „nicht so wild“. Zum Angels-Imperium zählen Sicherheitsexperten neben dem Saunaclub unter anderem eine Bar am Stuttgarter Platz. Im Sommer erlitten Berliner „Hell’s Angels“ selbst bei einer mysteriösen Messerstecherei Verletzungen.

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