Berlin : Stadionumbau: Das virtuelle Olympiastadion

C. v. L.

Schon in diesem Mai, nicht erst in drei Jahren, wird das neue Olympiastadion fertig sein, zumindest als erlebbare Vision. Dann werden die Besucher, den Glockenturm vor Augen, durch das Olympische Tor schreiten, den Kunstrasen betreten und um sich herum die neu gestaltete Sportarena betrachten und räumlich erleben können. Sie werden ein überdimensionales Panorama genießen, das den Höhepunkt einer "Baustellen begleitenden" Ausstellung darstellt, eine Art Infobox für das Olympiastadion. Besucher können sich dort auch über die Stadion-Geschichte informieren.

Die Schau "Olympiastadion - Die Ausstellung" beginnt am 26. Mai, dem Tag des DFB-Pokalfinales. Veranstalter sind die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die für den Umbau zuständige Firma Walter-Bau; das Konzept entwickelte das Architektenbüro von Gerkan, Marg und Partner (gmp), von dem die Entwürfe für den Umbau des Olympiastadions stammen.

Staatssekretär Frank Bielka wies gestern auf das öffentliche Interesse an dem Projekt hin. Weil man aber keinen großangelegten "Baustellentourismus" ermöglichen könne, habe man sich zu der Ausstellung entschlossen, die Bestandteil der "Schaustelle Berlin" und des Architekturweltkongresses 2002 in Berlin werden soll. Die Austellung neben dem Stadion im Gebäude des einstigen "Sportforums" und der ehemaligen englischen Kommandantur am Adlerplatz wird in drei Abschnitte gegliedert: Zunächst soll mit Film- und Fotodokumenten die Bau- und Planungsgeschichte bis zu den Olympischen Spielen 1936 dargestellt, anschließend die Entwicklung der Sportarena bis heute dokumentiert werden.

Der dritte Teil zeigt im seit 1936 fast unveränderten "Kuppelsaal" das künftige Aussehen des Stadions, wobei das großformatige, zehn Meter hohe und 56 Meter lange Rundpanoroma zum Publikumsmagneten werden dürfte. Das Bild, das digital gedruckt und vergrößert wird, ist noch in Arbeit, gestaltet wird es vom Berliner Architekturzeichner Yadegar Azizi, der bereits 1995 am Potsdamer Platz städtebauliche Visionen darstellte.

Ton- und Lichtininstallationen sollen den atmosphärischen Eindruck verstärken. Geplant ist, die Austellung zunächst an drei Tagen in der Woche zu öffnen, bei größerer Nachfrage werde flexibel reagiert, versprach Walter-Bau-Vorstand Hans-Jürgen Hecklau. Der Eintritt kostet voraussichtlich fünf Mark, Gruppen sollen gratis kommen können.

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