Berlin : Stadt voller Spielräume

Heute startet der Vorverkauf für die 55. Berlinale – und es wird wieder voll werden. Es werden die Tage der Stars. Die einen wollen zum Filmfest, die anderen zur Verleihung der Goldenen Kamera

Constance Frey

„Schauplätze, Drehorte und Spielräume“ heißt ein Buch, die das Filmmuseum Berlin zu den 55. Internationalen Filmfestspielen herausgebracht hat. Der Titel beschreibt ziemlich treffend das filmreiche Programm der nächsten Tage, das heute mit dem Vorverkauf für die Berlinale beginnt. Die startet dann am Donnerstag und geht bis 20. Februar. Film, so steht in dem Buch, sei Spielraum. Und Spielräume müssen Anwärter auf Kinokarten ab heute geschickt nutzen, wenn sie eines der rund 120000 öffentlich zugänglichen Berlinale-Tickets kaufeen wollen.

Heute um 10 Uhr öffnen die Vorverkaufskassen in den Potsdamer Platz Arkaden, im Kino International und im Haus der Berliner Festspiele. Die Verkaufsstelle am Europacenter gibt es nicht mehr, da im Royal Palast keine Filme gezeigt werden. Dafür gibt es in den Arkaden sieben Schalter anstatt vier.

Alle Schalter haben täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Ab 10 Uhr gibt es heute ein Kontingent von Karten im Internet zu kaufen. Je nach Kinogröße und Programmsegment sind 10 bis 25 Prozent der Karten online verfügbar. Auch alle an das „Ticket Online“-Netz angeschlossene Theaterkassen bieten ab heute Karten an. Im Internet und an den Theaterkassen muss man zwei Euro Vorverkaufsgebühr zahlen.

Der Vorverkauf startet jeweils drei Tage vor der Vorstellung, für Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus. Karten für den „Berlinale-Kinotag“ am 20. Februar sind ab heute zu haben. Karten kosten zwischen drei und elf Euro. Ermäßigungen gibt es nur an der Tageskasse des jeweiligen Kinos – und da steht das Risiko mit in der Schlange, denn ob es am Tag selbst noch Karten für den Wunschfilm gibt, ist ungewiss. Peter Böhme, Leiter des Kartenbüros der Festspiele, rät, am frühen Nachmittag zum Vorverkaufsschalter zu gehen. „Es lohnt sich auch zur Abendkasse zu kommen. Immer wieder gibt es noch kurzfristig Karten.“ Für Premieren allerdings nur äußerst selten.

Dafür kann man dort nach Stars Ausschau halten. Unter anderem haben sich die französische Schauspielerin Catherine Deneuve und ihr Kollege Gérard Depardieu angekündigt. Für seine internationale Jury hat Festivalchef Dieter Kosslick Regisseur Roland Emmerich, den Designer Nino Cerruti und die seit kurzem wieder in Berlin wohnende Schauspielerin Franka Potente gewinnen können. Angemeldet sind auch Schauspieler Keanu Reeves, Glenn Close, Joseph Fiennes, Kevin Spacey und Eva Mendes. Ob die Damen und Herren tatsächlich über den einen oder anderen roten Teppich laufen werden, bleibt bis zuletzt offen.

Beim Filmpreis „Goldene Kamera“, der morgen Abend in 17 Kategorien verliehen wird, sind die Zusagen verbindlicher, schließlich wird die Verleihung ab 20 Uhr aufgezeichnet. Hier haben sich Sängerin Tina Turner, Schauspieler Bruce Willis und Kollegin Goldie Hawn mit Partner Kurt Russell angekündigt. Auf der Gästeliste stehen außerdem Sänger Bryan Adams, die Boxer Vitali und Wladimir Klitschko und Entertainer Jerry Lewis, der einen Ehrenpreis bekommt. Zum 40. Jubiläum der Veranstaltung sind die Gäste in die Ullstein-Halle des Axel-Springer-Hauses geladen. Wer zum roten Teppich nicht durchkommt, kann sich die Verleihung auch am 13. Februar im ZDF ansehen.

Karten für die Berlinale: Potsdamer Platz Arkaden , Alte Potsdamer Straße 7, Tiergarten, Haus der Berliner Festspiele , Schaperstraße 24 (Wilmersdorf), Kino International , Karl-Marx-Allee 33 (Mitte); weitere Infos, Karten und Programm unter www.berlinale.de. Das Buch „Schauplätze, Drehorte und Spielräume“ gibt es für 18 Euro im Filmmuseum Berlin, Potsdamer Straße 2 (Tiergarten).

Schauspielerin Franka Potente sitzt zum ersten Mal mit in der Berlinale-Jury.

Roland Emmerich , Regisseur von „Day after tomorrow“, ist in diesem Jahr Jurypräsident.

Sängerin Tina Turner holt sich ihre zweite Goldene Kamera am Mittwoch persönlich ab.

Die Goldene Kamera in der Kategorie „Film international“ geht an Schauspieler Bruce Willis .

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