Stadtautobahn : A 100-Ausbau: Dauerstau befürchtet

Die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A 100 von Neukölln zum Treptower Park würde in Friedrichshain nach Ansicht von Gutachtern ein Verkehrschaos anrichten.

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Die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A 100 von Neukölln zum Treptower Park würde in Friedrichshain ein Verkehrschaos anrichten. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten für das Bezirksamt. „Mit so einem vernichtenden Urteil hätte ich nicht gerechnet“, sagte Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) vor der für Dienstagabend angesetzten Präsentation im Verkehrsausschuss des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.

Das von Autobahngegnern dominierte Bezirksamt hatte das Gutachten zur Verkehrsentwicklung rund um das geplante Ende der Autobahn am Treptower Park in Auftrag gegeben, weil es die von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zugrunde gelegten Zahlen für falsch hält. Der Bezirk will die erneute öffentliche Auslegung der umstrittenen Pläne erzwingen. In der vergangenen Woche hatten auch die Bezirksverordneten von Pankow mehrheitlich beschlossen, dass die Pläne neu ausgelegt werden sollen. Friedrichshain-Kreuzberg plant zudem, das größtenteils vom Bund finanzierte Vorhaben mit einer Klage zu verhindern.

Die Gutachter erwarten, dass Autofahrer beim Verlassen der Autobahn eine halbe Stunde im Stau stehen, weil die Kreuzungen auf beiden Seiten der Elsenbrücke völlig überlastet sein werden. In Gegenrichtung, von der Stralauer Allee kommend, stehen die Autos laut dem Gutachten bis zu 25 Minuten. 28 Minuten dauere es, um in die Straße Am Treptower Park einbiegen zu können. Die Experten prognostizieren täglich mehr als 14 Stunden Dauerstau. Die in der Senatsplanung beschriebene Koordinierung des Verkehrs sei rund um die Elsenstraße unmöglich und deshalb „unwirksam“. Der Stop-and-Go-Verkehr bedeute auch viel mehr Abgase und Lärm als bisher angegeben, schreiben die Gutachter mit Verweis auf einschlägige Fachliteratur.

Aus Sicht der Gutachter hat der Senat den Lkw-Anteil am Verkehr zu niedrig angesetzt und deshalb die Kapazität von Ampeln und Straßen überschätzt. Auch der Fußgängerverkehr sei angesichts von S-Bahnhof, Einkaufszentrum und Multiplexkino in der Nachbarschaft zu niedrig angesetzt. Soll heißen: Es wurde an der Realität vorbeigeplant. Stefan Jacobs

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