Berlin : Stadtautobahn: Am Montag beginnt der Baustellen-Parcours

Jörn Hasselmann

Dieses Wochenende haben Berliner Autofahrer noch eine Schonfrist. Am Montag früh beginnen zeitgleich an drei Stellen bedeutende Bauarbeiten auf der Stadtautobahn: Am Tunnel Tegel Ortskern, am Tunnel Flughafen Tegel und an der Verbindungskurve von der A 111 zur A 100, das ist die Einmündung der Autobahn von Hamburg / Flughafen Tegel in den Stadtring. Für Bausenator Peter Strieder ist dies das "Sanierungspaket" Richtung Süd. Denn alle absehbaren Sanierungsstellen in diese Fahrtrichtung wurden gebündelt, um die Auswirkungen geringer zu halten. Nächstes Jahr folgt das "Sanierungspaket" Richtung Norden.

Bis November sollen die Arbeiten an der Baustelle direkt südlich des Tunnel Tegel Ortskern andauern, wo ab Montag die Fahrbahn erneuert wird. Die rechte Fahrbahn Richtung Süden wird gesperrt, die übrigen Spuren aber teils umgeschwenkt, teils auf die Gegenfahrbahn umgeleitet, so dass zwei Streifen pro Richtung erhalten bleiben.

Gravierender als diese Engstelle ist die Sperrung des Flughafentunnels Richtung Süden bis Ende September. Für Autos und Lkw haben die Planer zwei unterschiedliche Umleitungen ausgeschildert, um den Stau zu entzerren. Pkw fahren auf die A 105 und biegen am Kurt-Schumacher-Damm rechts ab und zurück auf die A 111 - und direkt hinein in die nächste Umleitung, da ja auch die Verbindungskurve zur A 111 gesperrt ist. Lastwagen sollen links in den Kurt-Schumacher-Damm einbiegen und über Kapweg, Müllerstraße, Afrikanische Straße und Seestraße auf den Stadtring fahren. Mit dieser längeren Strecke umgehen Lastwagen die Sperrung der Rampe am Jakob-Kaiser-Platz gleich mit.

Über diese Sperrung der Auffahrtsrampe von der A 100 zur A 111 werden Autofahrer wohl am lautesten fluchen, denn sie erfordert eine strauträchtige 180-Grad-Kehre auf dem Siemensdamm. Zudem ist auch die direkte Strecke vom Flughafen Tegel Richtung Süden auf den Stadtring und die südlichen Bezirke unterbrochen. Die Senatsbauverwaltung rechnet deshalb am Jakob-Kaiser-Platz mit den "intensivsten Verkehrsbeeinträchtigungen" bei den drei neuen Baustellen. Bis zum 3. September gilt diese Umleitung Richtung Süden: von der Anschlussstelle Heckerdamm über den Kurt-Schumacher-Damm zum Jakob-Kaiser-Platz und von dort weiter zum Siemensdamm. Dieser erhält eine provisorische Überfahrt über den Mittelstreifen vor der Kreuzung Nikolaus-Groß-Weg / Letterhausweg. Nach dieser Wende geht es dann über die Auffahrt "Siemensdamm" zur Autobahn. Staugefährdet ist dabei vor allem der Bereich um den Jakob-Kaiser-Platz. Vorsicht sei auch an der provisorischen Wendestelle geboten, da dort die Fahrspuren geändert seien, heißt es bei der Senatsbauverwaltung.

Ein kleinen Trost gibt es: Bis spätestens zum Ende der Sommerferien, also am 3. September, soll die Auffahrtsrampe wieder frei sein, wenn alles gut geht auch schon deutlich früher. Nachtarbeit ist allerdings wegen der nahen Wohnbebauung nicht möglich. Da die Rampe selbst nur sieben Meter breit ist, sei eine Vollsperrung unumgänglich.

Schon am Berliner Außenring sollen Hinweisschilder die Autofahrer, die aus Hamburg oder Rostock kommen, mental auf die Bauarbeiten hinweisen. Wer ohnehin in die östliche City oder in östliche Bezirke will, sollte auf dem Außenring weiter fahren und am Dreieck Pankow über die A 114 in Richtung Prenzlauer Promenade fahren. Dort wird nicht gebaut.

Wie berichtet, hofft Senator Strieder auch bei diesem Kraftakt namens "Sanierungspaket" auf die Vernunft der Autofahrer. Bislang blieb bei der bis Ende November andauernden Riesenbaustelle auf dem Stadtring zwischen Rathenauplatz und Spandauer Damm das prognostizierte Totalchaos aus. Auch gestern Nachmittag sprach die Polizei nur von "stockendem Verkehr". Dabei hatte die Berliner Polizei für die erste Urlaubsreisewelle mit viel Stau gerechnet.

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