Berlin : Stadtbad Oderberger Straße: Essen und trinken im Stadtbad-Becken

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Neue Pläne für das Stadtbad Oderberger Straße: die Realprojekt Bau & Boden AG will das denkmalgeschützte Gebäude zu einem Hotel mit Gastronomie und Saunabetrieb umbauen. Dabei soll ein individuelles Mittelklassehotel mit 40 Betten und Zimmerpreisen zwischen 120 und 150 Mark entstehen. Für den gastronomischen Bereich ist ein Restaurant mit Biergarten geplant. "Dort suchen wir nach etwas Außergewöhnlichem, einem Lokalbetreiber mit exzentrischen Ideen", sagt Willo Göpel von Realprojekt. Derzeit suche man europaweit nach den passenden Betreibern für Hotel und Gaststätte. Das Becken wird indes trocken bleiben: Hier sollen die Tische und Stühle des Restaurants aufgestellt werden.

Dennoch ist für die Zukunft des geschichtsträchtigen Stadtbads noch alles offen: Im Bauausschuss mehrten sich kritische Stimmen zur Präsentation. So sah der Bündnisgrüne Andreas Otto vor allem die öffentliche Nutzung gefährdet. Positiv stand allein die CDU-Fraktion dem Projekt gegenüber. Der Bauausschuss beschloss zudem, einen Antrag in die nächste BVV einzubringen, der eine weitere Nutzung als Stadtbad befürwortet und einen Verkauf durch das Land im nächsten Jahr verhindern soll. Weiterhin wird das Bezirksamt in dem Papier dazu aufgefordert, das Gebäude zu sichern. Baustadträtin Dorothee Dubrau (Bündnis 90 / Grüne) würde das Projekt eher als Zwischenlösung befürworten: "Man muss das Objekt schonend einer Nutzung zuführen, die aber in ein paar Jahren schon anders aussehen könnte." Momentan sei aber ein Stadtbad einfach nicht finanzierbar.

Realprojekt hat inzwischen eine Kaufanfrage beim Senat gestellt, aber noch keine Reaktion erhalten. Derzeit ist eine schnelle Antwort auch nicht zu erwarten, da die Landesverwaltung ihr Verkaufsgeschäft mit der Eröffnung des Liegenschaftsfonds Anfang des nächsten Jahres neu organisiert. Göpel geht aber davon aus, dass man im nächsten Frühjahr neuer Eigentümer werden könnte. Auch der Bezirk müsse sich jetzt angesichts des weiteren Verfalls schnell entscheiden, betonte er. Deshalb wolle man in den nächsten Monaten eng mit der Kommune zusammenarbeiten. Auch mit der Bürgerinitiative, die für die Erhaltung des Bades kämpft, stehe man im Kontakt.

Diese gründete indessen eine Genossenschaft, die, wie berichtet, selber als Käufer des Stadtbads auftreten will. Die Kunstbad Berlin- Brandenburg e.G. strebt eine weitere kulturelle Zwischennutzung, die Aufrechterhaltung der Option Baden und eine Teilvermietung des Komplexes an. Dabei kommt man auf ähnliche Ideen: Neben einem Jugendhotel soll dort ein Restaurant eröffnen.

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